Heidelberger Druckmaschinen: Der neue Chef tritt ein schweres Erbe an

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KommentarHeidelberger Druckmaschinen: Der neue Chef tritt ein schweres Erbe an

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Ab dem 1. September 2012 der neue Chef beim Heidelberger Druckmaschinenhersteller: Dr. Gerold Linzbach, 56 Jahre alt.

von Lothar Schnitzler

Es ist eine Entscheidung, mit der keiner gerechnet hatte. Nach 13 Jahren an der Spitze von Heideldruck muss Bernhard Schreier den Hut nehmen. Auf seinen Nachfolger warten große Aufgaben - er muss das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen.

Der Vertrag von Bernhard Schreier sollte eigentlich noch bis Mitte 2013 laufen. Doch nun gibt er den Stab schon Anfang September ab. Er wird seinen Nachfolger, Gerold Linzbach noch bis Ende des Jahres begleiten und dann das Unternehmen verlassen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Robert J. Koehler, hat nicht bis zum Auslaufen des Vertrags von Schreier bis Mitte kommenden Jahres warten wollen. Das hat die Branche überrascht. Zwar galt mit dem Abtreten des langjährigen Heideldruck-Oberkontrolleurs Mark Wössner vor einem Jahr Schreiers Position als angeknackst. Denn der einstige Bertelsmann-Chef war mit Schreier befreundet und hielt seine schützende Hand über ihn. Koehler verlangte von Schreier entschlosseneres Handeln in Hinblick auf die Krise der Druckindustrie. Schreier hatte noch zu Anfang des Jahres den Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen verkündet. Doch offensichtlich hatte das Programm den Aufsichtsratsvorsitzenden nicht überzeugt.

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Dem weltgrößten Druckmaschinenhersteller geht es alles andere als gut. Im vergangenen Geschäftsjahr (31. März) musste Heideldruck zum vierten Mal in Folge rote Zahlen schreiben. Auch für das laufende Geschäftsjahr muss sich  Heideldruck auf einen Jahresfehlbetrag einstellen.

Der Maschinenbauer hat drei Schreier-Generation ernährt

Der 58-jährige Schreier ist ein typisches Heideldruck-Gewächs. Der Großvater, ein volksdeutscher Flüchtling aus Ungarn, hatte nach dem Krieg als Hilfsarbeiter bei Heidelberger Druckmaschinen angeheuert. Der Vater hatte es bis zum Vorarbeiter geschafft. Schreier fing 1975 bei dem weltweit größten Druckmaschinenbauer an. Der Ingenieur ist alles andere als ein Schönwetterkapitän. Kurz nach der Übernahme des Zepters von Hartmut Mehdorn, der von Heidelberg an die Spitze der Deutschen Bahn gewechselt war, brach die Krise der Medienbranchen aus. Wirklich gute Jahre hat Schreier selten während seiner Ägide als Vorstandsvorsitzender erlebt.

Zu den ersten Aufgaben Schreiers gehörte es, den von Mehdorn durch üppige Zukäufe vergrößerten Konzern wieder zu verkleinern. Neben dem Zeitungsdruckgeschäft musste sich Schreier 2004 unter finanziellem Druck von den Digitaldruckaktivitäten trennen. Im vergangenen Jahr sah er sich dann wegen der zunehmenden Bedeutung des Digitaldrucks genötigt, durch eine Allianz mit dem Digitaldruckgerätebauer Ricoh jenen Schritt teilweise wieder rückgängig zu machen.

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