Hermes-Bürgschaften: Anlagenbauer verlangen bessere Exportförderung

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Großanlagenbauer wie Voith rufen nach einer Reform der Exportförderung.

von Florian Willershausen

Voith-Chef Hubert Lienhard fordert vor dem Asien-Pazifik-Gipfel, die Bedingungen für Hermes-Bürgschaften zu erleichtern. Die deutsche Exportwirtschaft habe zunehmend Finanzierungsschwierigkeiten.

Im Vorfeld des Asien-Pazifik-Gipfels der deutschen Wirtschaft fordern deutsche Unternehmer die Bundesregierung zu einer Reform der Exportförderung auf. Mangels langfristiger Finanzierungen kämen deutsche Großanlagenbauer bei weltweiten Großprojekten kaum zum Zuge, mahnt Hubert Lienhard, der Vorstandschef des Maschinenbauers Voith und Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.

In der WirtschaftsWoche schlägt Lienhard darum vor, Bedingungen für staatliche Hermes-Bürgschaften zu erleichtern. "Im Moment gibt es die Absicherung für Exportgeschäfte praktisch nur, wenn mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland anfallen. Das ist in Zeiten der Globalisierung nicht mehr realistisch", erläutert Lienhard. "Wir müssen Teile einer Großanlage dezentral bauen und in den Importländern für Arbeit sorgen, andernfalls erhalten wir viele Zuschläge nicht." Eine Absenkung des Wertschöpfungsanteils in Deutschland auf 30 Prozent sei ein wichtiger Schritt.

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Mittelfristig müsse die Bundesregierung aber auch dafür sorgen, dass es im internationalen Wettbewerb gleiche Bedingungen gibt. "Hier ist die Politik am Zuge: Es muss uns gelingen, dass die Exportkreditversicherungen in China mit den Standards der OECD übereinstimmen und diese nicht unterbieten, wie es zurzeit passiert", so Lienhard.

Dass deutsche Unternehmen bei Großprojekten immer weniger zum Zuge kommen, habe aber auch mit der mangelnden Risikobereitschaft insbesondere börsennotierter Unternehmen zu tun. "Die Zeit des deutschen Großprojektgeschäfts ist vorbei", schließt Lienhard daraus. "Um gegen große asiatische Staatsunternehmen mitspielen zu können, müssen Unternehmen eine beachtliche Größe aufweisen. Solche Unternehmen sind in der Regel an der Börse notiert. Und die mag zyklisches Geschäft nicht, bei dem die Anleger zittern, ob das nächste Projekt gut oder schlecht läuft."

Selbst wenn Großunternehmen Konsortien bilden, sieht der Voith-Chef Finanzierungsprobleme, weil die Banken solche Großprojekte ungern finanzierten. "Eine langfristige Projektfinanzierung ist für die westlichen Banken nicht interessant – vor allem wegen der Risikoprüfungen, die ihnen mit der verschärften Regulierung im Finanzsektor auferlegt wurden." Hier seien beispielsweise Chinas Staatsbanken klar im Vorteil. "Sie müssen sich keinem Regime wie Basel III unterwerfen und können höhere Risiken übernehmen."

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