Hilfe von der Regierung: Millionenkredit für Bombardier

Hilfe von der Regierung: Millionenkredit für Bombardier

, aktualisiert 08. Februar 2017, 11:20 Uhr
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Die kanadische Regierung gibt dem Flugzeugbauer Bombardier einen Millionenkredit.

Quelle:Handelsblatt Online

Eigentlich sollte es mehr sein. Aber die Finanzspritze der kanadischen Regierung von 265 Millionen Euro für den Bahntechnik- und Flugzeughersteller Bombardier ist für das erste genug, so der CEO Bellemare.

Die kanadische Regierung hat dem kanadischen Bahntechnik- und Flugzeughersteller Bombardier einen Kredit von umgerechnet 265 Millionen Euro (372,5 Millionen kanadische Dollar) zugesagt. Mit dem Geld soll nach Regierungsangaben die Entwicklung von Flugzeugen der C-Serie sowie des Business-Jets Global 7000 unterstützt werden. Beide Flugzeuge konkurrieren mit Produkten der großen Luftfahrtkonkurrenten Boeing und Airbus.

Bombardier hatte zunächst um deutlich mehr Unterstützung gebeten. CEO Alain Bellemare nannte den Kredit nun aber angemessen. Die Finanzlage des Konzerns habe sich verbessert.

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Rund ein Drittel der sogenannten „zurückzuzahlenden Programmbeiträge“ der kanadischen Regierung komme der C-Serie zugute, der Rest fließe in den Global-7000-Jet, erklärte Bombardier-Chef Alain Bellemare in Dorval, Quebec. Der zinslose Kredit soll tausende Arbeitsplätze in Kanada sichern, sagte der kanadische Innovationsminister Navdeep Bains. „Ich glaube, dass Bombardier zurück ist“, so Bains. „Unser heutiges Investment ist ein Vertrauensbeweis in die Kenntnisse der (im Flugzeugbau beschäftigten, d. Red.) Kanadier.“

Bombardier Spitzentreffen bringt keine Entscheidung

Die Unsicherheit bleibt: Wo und wie stark der Zugbauer in Deutschland Stellen streicht, ist weiter unklar. Besonders an den großen Standorten im Osten herrscht Unruhe.

Sigmar Gabriel (r-l, SPD), Olivier Höbel (IG Metall), Dietmar Woidke (SPD), Michael Fohrer, Deutschland-Chef von Bombadier, und Stanislaw Tillich (CDU) Quelle: dpa

Die Unterstützung durch die Regierung bedeutet eine Erleichterung für Bombardier. Sie stellt aber eine geringere Hilfe dar, als die eine Milliarde kanadische Dollar an Unterstützung, die der Konzern vor mehr als einem Jahr beantragt hat. Bombardier kämpft mit Produktionsrückständen und explodierenden Kosten insbesondere bei der wichtigen C-Serie. Nachdem im Jahr 2016 bedeutende Verkaufsabschlüsse für den C-Serie-Jet mit Air Canada und Delta Airlines vermeldet werden konnten, wartet Bombardier nun auf neue Bestellungen. Außerdem will der kanadische Flugzeugbauer 2017 die ersten Maschinen der Global-7000-Serie, Bombardiers größtem Business-Jet, ausliefern.

„Das ist ein Schritt, um Risiken zu reduzieren“, kommentierte Chris Murray, Analyst bei Altacorp Capital in Toronto, den Staatskredit. „Die Frage ist, was für einen Unterschied er tatsächlich macht. 372 Millionen kanadische Dollar über mehrere Jahre verteilt sind nicht viel Geld für eine Firma, die jährlich Investitionen von mehr als eine Milliarde Dollar zu tätigen hat.“

Der kanadischen Regierung zufolge wird der zinslose Kredit über vier Jahre aufgeteilt zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung für die Hilfe fällt vor dem Hintergrund steigender Handelskonflikte auf dem amerikanischen Kontinent, insbesondere nach der Wahl des Freihandelskritikers Donald Trump zum neuen US-Präsidenten. Brasilien hat bereits angekündigt, die kanadische Staatshilfe für seine Flugzeugindustrie vor die Welthandelsorganisation WTO zu bringen – ein Schritt, der vom brasilianischen Flugzeugbauer Embraer begrüßt wurde.

Österreichische Bundesbahnen Bombardier liefert neue Regionalzüge nach Österreich

Bombardier hat den ersten Auftrag für sein neues Regionalzug-Modell „Talent 3“ an Land gezogen. Die Bahnen werden in Österreich unterwegs sein. Zumindest die ersten Züge werden in Deutschland hergestellt.

Das computeranimierte Foto zeigt einen Talent-3-Zug aus der Fertigung von Bombardier. Quelle: dpa

Die Diskussion über eine mögliche Staatshilfe für Bombardier hatte die kanadische Bundesregierung von Premierminister Justin Trudeau lange beschäftigt. Ursprünglich wollte die Regierung Bombardier dazu bewegen, seine zweigeteilte Anteilsstruktur abzuändern. Diese gibt den Gründerfamilien des Konzerns auch ohne eine Mehrheit an den Anteilsscheinen bedeutende Mitspracherechte. Bombardier hat sich nun jedoch erfolgreich gegen diese Forderung gewehrt. Auch deshalb dürfte die kanadische Staatshilfe nun niedriger ausfallen als ursprünglich beantragt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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