Holcim und Lafarge: Aktionäre geben grünes Licht für Mega-Fusion

Holcim und Lafarge: Aktionäre geben grünes Licht für Mega-Fusion

Die Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge wird Realität. Die Mehrheit der Lafarge-Aktionäre hat ihre Papiere umgetauscht. Der nächste Schritt folgt Mitte Juli.

Die Megafusion der beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge biegt nach mehr als einem Jahr auf die Zielgerade ein. Holcim wurden im Rahmen des Umtauschangebots 87,5 Prozent des Lafarge-Aktienkapitals und 81,5 Prozent der Stimmrechte angedient, wie das Schweizer Unternehmen am Mittwoch unter Berufung auf vorläufige Zahlen bekanntgab.

Erforderlich war die Annahme durch mindestens zwei Drittel der Lafarge-Aktionäre. Holcim offerierte für zehn Lafarge-Titel neun eigene Anteilsscheine. Vollzogen werden soll die Fusion noch in diesem Monat.

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Preisabsprachen der Zementhersteller

  • 1975

    Der Bundesgerichtshof erkennt in der „Zementverkaufsstelle Niedersachsen“ eine Tarnorganisation der Branche für unerlaubte Preisabsprachen.

  • Ende der Achtzigerjahre

    Das Bundeskartellamt verhängt gegen 33 Zementhersteller Bußgelder von umgerechnet 115 Millionen Euro.

  • 1994

    Die EU-Kommission verdonnert den europäischen Dachverband, acht nationale Verbände und 33 europäische Zementhersteller zu Geldbußen von umgerechnet rund 250 Millionen Euro. Die Betroffenen hatten seit 1983 Märkte untereinander aufgeteilt und Exporte abgesprochen. In Deutschland waren unter anderem Dyckerhoff, HeidelbergCement und Nordcement an dem Komplott beteiligt.

  • Ende der Neunzigerjahre

    Ein Kartell von Transportbetonherstellern fliegt auf. Bußgelder in Höhe von umgerechnet rund 125 Millionen Euro, allein 100 Millionen für Readymix, werden fällig.

  • Frühjahr 2003

    29 von 30 Zementfirmen, gegen die das Kartellamt ermittelte, geben die Verstöße zu. Daraufhin hagelt es Bußgelder in der Rekordhöhe von 660 Millionen Euro. Der höchste Betrag (250 Millionen Euro) entfällt auf die HeidelbergCement, die bei dem Kartell nach dem damaligen Kartellamtschefs Ulf Böge „eine Führungsrolle“ innehatte, was der Marktführer allerdings bestritt. Gegen Schwenk Zement werden 142 Millionen, gegen Dyckerhoff 95 Millionen Euro und gegen Lafarge Zement 86 Millionen Euro verhängt.

  • Winter 2010

    Nach Durchsuchungen 2008 und 2009 leitet die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen sieben europäische Zementhersteller ein, darunter HeidelbergCement.

  • April 2013

    Nach jahrelangem Rechtsstreit muss HeidelbergCement 160 Millionen der ursprünglich verhängten Summe von 250 Millionen (aus 2003) zahlen.

Der letzte Schritt in dem 40 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss galt als Formsache, nachdem Holcims Eigentümer im Mai der lange Zeit in der Schwebe hängende Fusion zugestimmt hatten. Erst mit einer Preisanpassung zugunsten Holcims und der Entmachtung von Lafarge-Chef Bruno Lafont konnte sich Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle, der auch der starke Mann beim neuen Branchenriesen sein wird, die eigenen Aktionäre hinter sich scharen. Holcim ist gegenwärtig in besserer Verfassung als Lafarge.

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Zusammen erwirtschaften Holcim und Lafarge mit etwa 115.000 Mitarbeitern rund 30 Milliarden Euro Umsatz - mehr als doppelt so viel wie der deutsche Konkurrent HeidelbergCement. Die Zustimmung der Kartellwächter zu dem Deal sicherten sich die beiden Unternehmen durch den Verkauf von Zementwerken und Anlagen im Wert von 6,5 Milliarden Euro an den irischen Rivalen CRH.

Mit dem Zusammenschluss wollen die Schweizer und Franzosen in dem von Überkapazitäten geplagten Markt nach einer jahrelangen Stagnation endlich mehr verdienen. Bis die beiden Firmen vollständig zusammengeführt und die angepeilten Synergien von 1,4 Milliarden Euro gehoben sind, dürfte es drei Jahre dauern. Ein größerer Stellenabbau ist nicht geplant.

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