Holcim und Lafarge: EU-Kommission genehmigt Zementehe

Holcim und Lafarge: EU-Kommission genehmigt Zementehe

Die EU-Kommission hat die geplante Fusion von Lafarge und Holcim unter Auflagen genehmigt. Die Unternehmen müssen nun Bereiche in Deutschland und anderen Teilen Europas abstoßen.

Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss von Holcim und Lafarge zum weltgrößten Zementkonzern unter Auflagen genehmigt. Um Wettbewerbsbedenken für den rund 38 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss auszuräumen, hätten sich beide Konzerne bereiterklärt, überlappende Geschäftsbereiche in Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern zum Verkauf zu stellen, teilte die Kommission am Montag mit.

Preisabsprachen der Zementhersteller

  • 1975

    Der Bundesgerichtshof erkennt in der „Zementverkaufsstelle Niedersachsen“ eine Tarnorganisation der Branche für unerlaubte Preisabsprachen.

  • Ende der Achtzigerjahre

    Das Bundeskartellamt verhängt gegen 33 Zementhersteller Bußgelder von umgerechnet 115 Millionen Euro.

  • 1994

    Die EU-Kommission verdonnert den europäischen Dachverband, acht nationale Verbände und 33 europäische Zementhersteller zu Geldbußen von umgerechnet rund 250 Millionen Euro. Die Betroffenen hatten seit 1983 Märkte untereinander aufgeteilt und Exporte abgesprochen. In Deutschland waren unter anderem Dyckerhoff, HeidelbergCement und Nordcement an dem Komplott beteiligt.

  • Ende der Neunzigerjahre

    Ein Kartell von Transportbetonherstellern fliegt auf. Bußgelder in Höhe von umgerechnet rund 125 Millionen Euro, allein 100 Millionen für Readymix, werden fällig.

  • Frühjahr 2003

    29 von 30 Zementfirmen, gegen die das Kartellamt ermittelte, geben die Verstöße zu. Daraufhin hagelt es Bußgelder in der Rekordhöhe von 660 Millionen Euro. Der höchste Betrag (250 Millionen Euro) entfällt auf die HeidelbergCement, die bei dem Kartell nach dem damaligen Kartellamtschefs Ulf Böge „eine Führungsrolle“ innehatte, was der Marktführer allerdings bestritt. Gegen Schwenk Zement werden 142 Millionen, gegen Dyckerhoff 95 Millionen Euro und gegen Lafarge Zement 86 Millionen Euro verhängt.

  • Winter 2010

    Nach Durchsuchungen 2008 und 2009 leitet die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen sieben europäische Zementhersteller ein, darunter HeidelbergCement.

  • April 2013

    Nach jahrelangem Rechtsstreit muss HeidelbergCement 160 Millionen der ursprünglich verhängten Summe von 250 Millionen (aus 2003) zahlen.

Früheren Angaben zufolge haben verschiedene Finanzinvestoren und Konkurrenten Interesse an Teilen oder dem ganzen Paket der angebotenen Werke und Anlagen. Bis Ende Januar sollen die Käufer der Firmenteile, von denen sich Holcim und Lafarge trennen wollen, bestimmt sein. Im ersten Halbjahr 2015 soll die Fusion dann abgeschlossen sein.

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Nicht zu den Käufern gehören die deutsche HeidelbergCement und die mexikanische Cemex, die schon vor einiger Zeit abgewinkt haben. Damit haben nun neun Kartellbehörden der Transaktion zugestimmt. Dazu zählen neben der EU unter anderem Russland, Südafrika und die Türkei.

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