IAA: VW dringt auf europaweiten Bund für Batteriezellen

IAA: VW dringt auf europaweiten Bund für Batteriezellen

, aktualisiert 13. September 2017, 14:06 Uhr
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Der VW Markenvorstand sieht in der Produktion von Batteriezellen für Elektroautos eines der großen Wachstumsfelder der nächsten Jahrzehnte.

Quelle:Handelsblatt Online

Volkswagen fordert eine europaweite Bündelung der Kräfte für die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos. Der Wolfsburger Konzern hat angekündigt, die Investitionen in die Elektromobilität massiv zu erhöhen.

FrankfurtVolkswagen plädiert angesichts der enormen Investitionen in Batterietechnik für eine europaweite Bündelung der Kräfte. „Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, dass sich die deutsche und europäische Industrie an der Stelle stärker engagiert“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in einem Interview auf der Automesse IAA in Frankfurt. Die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos sei eines der großen Wachstumsfelder der nächsten Jahrzehnte. „Es wird kaum Felder geben, wo man schneller wachsen kann, wenn man kompetent ist, Industrieanlagen zu bauen.“ Diess ließ offen, ob Volkswagen sich selbst an einer Batteriezellproduktion beteiligen würde.

Diess sagte, für die erste Phase, in der die Elektromobilität hochgefahren werde, sei VW dank langfristiger Verträge seiner Lieferanten aus Südkorea ausreichend mit Batteriezellen versorgt. „Aber ich fände es gut, wenn der Wettbewerb zunehmen und ein europäisches Konsortium entstehen würde.“ Entscheidend dafür dürfte die weitere Entwicklung der Batterietechnik sein. Die bislang üblichen Lithium-Ionen-Zellen gelten als zu schwer und zu teuer, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Leistungsfähigere Feststoff-Batterien zu deutlich niedrigeren Kosten stehen voraussichtlich Anfang des kommenden Jahrzehnts zur Verfügung.

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Der Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern hat angekündigt, die Investitionen in die Elektromobilität in den nächsten Jahren massiv zu erhöhen. Bis 2030 wollen die Wolfsburger mehr als 20 Milliarden Euro ausgeben, doppelt soviel wie bisher geplant. Bis 2025 sollen 80 neue Elektromodelle an den Start gehen, darunter rund 50 rein batteriebetriebene Fahrzeuge und 30 Plug-in-Hybride. Allein auf die Hauptmarke VW entfallen davon 23 reine Batterie-Modelle. Auch die Rivalen Daimler und BMW ergreifen angesichts der Dieselkrise und drohender Fahrverbote die Flucht nach vorne und wollen ihr Angebot an E-Mobilen in den nächsten Jahren deutlich ausweiten.

Um den enormen Bedarf an Batterien für die steigende Zahl an Elektroautos zu decken, müssen die Kapazitäten in den nächsten Jahren weltweit drastisch ausgeweitet werden. Allein Volkswagen geht davon aus, dass für seine Elektromodelle mindestens vier „Gigafabriken“ für Batteriezellen nötig sein werden. Um das zu schultern, sucht der Konzern Partner in Europa, China und Nordamerika.

Volkswagen will im Motorenwerk Salzgitter vom kommenden Jahr an die Produktion von Batteriezellen und Modulen erproben – zunächst in kleinen Stückzahlen unter Laborbedingungen, später dann auf einer Pilotanlage. Damit wollen die Niedersachsen Erfahrungen sammeln, um später zu entscheiden, ob sie selbst in die Fertigung großer Stückzahlen einsteigen. Konzernchef Matthias Müller will erreichen, dass die Batterietechnologie zu einer Kernkompetenz von VW wird. Bisher bezieht Volkswagen seine Batterien, etwa für den E-Golf, vom koreanischen Hersteller Samsung.

Diess machte klar, dass VW trotz der hohen Investitionen in die Elektromobilität an seinen langfristigen Renditezielen festhalte. Bis 2020 plant die Marke mit dem VW-Logo eine operative Marge von mindestens vier Prozent. „Damit generieren wir gerade genug Cash, um die Investitionen zu schultern, haben aber noch sehr wenig Spielraum“, sagte der frühere BMW-Manager. „Wir dürfen nicht viele Fehler machen.“ Auch das Ziel einer Rendite von sechs Prozent für 2025 bleibe unverändert. „Es gibt auch keinen Grund, von dem abzulassen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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