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IBM, Nokia Siemens & Co: Kahlschlag als Kurskorrektur

von Reinhold Böhmer

Nokia Siemens Network – minus 2900 Stellen, ThyssenKrupp – 850 Edelstahl-Jobs weg, IBM – bis zu 8000 feste Verträge auf der Kippe. Der Kahlschlag der Konzerne läutet aber kein Ende des deutschen Jobwunders ein. Die Unternehmen packen nur jahrelang verschleppte Probleme an und machen sich fit für die Zukunft.

E.On

Weltweit will E.On bis 2015 etwa 11.000 seiner 80.000 Stellen abbauen, allein 6000 davon in Deutschland. E.On kündigte jetzt an, jede dritte Stelle im Personal- und Rechnungswesen zu streichen und hunderte Jobs nach Rumänien auszulagern. Rund 1200 der insgesamt 3700 Arbeitsplätze in diesem Bereich sollten bis 2015 abgebaut werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Arbeitnehmervertreter sehen schwarz für die betroffenen Mitarbeiter. Die Gewerkschaften ver.di und IG BCE haben sich bereits mit E.on auf einen Tarifvertrag zur Umsetzung des Stellenabbaus in Deutschland geeinigt. Der Tarifvertrag läuft bis 2016 und sieht Vorruhestandsregelungen, Abfindungen, die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie zeitlich nachgelagert die Einrichtung einer Transfergesellschaft vor. Konzernchef Teyssen hatte im August einen drastischen Sparkurs angekündigt. Mit dem Programm „E.on 2.0“ will das Unternehmen seine beeinflussbaren Kosten bis 2015 auf 9,5 Milliarden Euro senken.

Quelle: dpa

Notorische Schwarzmaler tönten schon im Dezember des vergangenen Jahres. Weil Commerzbank, WestLB, Hypo-Vereinsbank und andere Großunternehmen Stellenstreichungen ankündigten, sei die rasante Erholung der deutschen Wirtschaft an ihrem Ende angekommen. Doch wahr wird die Behauptung auch durch die schlechten Firmennachrichten von heute nicht. Die Konsumneigung der Deutschen ist ungebrochen, die Geschäftserwartungen der Unternehmen zeigen nach oben und der Mittelstand geht optimistisch ins Jahr 2012. Doch wo viel Licht ist, ist immer auch Schatten.

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Nokia Siemens Network ist kein Opfer der vergangenen Wirtschaftskrise oder einer gebremsten Konjunktur. Sowohl der finnische Mobilfunkriese Nokia als auch der Münchner Technologiekonzern Siemens mussten erkennen, dass die Ausgründung und Zusammenlegung ihrer Netzausrüstungssparten noch kein Geschäftsmodell darstellt. Chinesische Konkurrenz in Gestalt von Huawei, die mit superniedrigen Kosten arbeitet, lässt sich nicht durch das Heben von Synergien ausstechen.

Auch der 2006 gescheiterte Versuch von Siemens, die Handyproduktion in Deutschland durch Verkauf an den taiwanesischen Hersteller Benq, war kein Signal für weniger Jobs, ebenso wenig die Ankündigung von Nokia im September 2011, weitere 3500 Stellen zu streichen. Siemens hat schlicht einmal mehr im Geschäft mit Endkunden versagt. Und die Finnen haben schlicht den Trend zu Smartphones verschlafen. Die Jobs, die dadurch verloren gehen, entstehen bei Samsung und Apple beziehungsweise bei deren Zulieferern.

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