ICE-Lieferungen verspäten sich: Siemens droht Ruf zu verspielen

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KommentarICE-Lieferungen verspäten sich: Siemens droht Ruf zu verspielen

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Siemens hat bei der Lieferung der zehn Hochgeschwindigkeitszüge für den Eurotunnel-Betreiber Eurostar ernste Probleme

von Christian Schlesiger

Zughersteller Siemens kann Liefertermine für den Hochgeschwindigkeitszug ICE erneut nicht einhalten. Die Blamage ist nicht nur teuer, sondern gefährdet auch den Ruf des Unternehmens als verlässlichen Partner.

Nun trifft es den Kanaltunnelbetreiber Eurostar. Das Unternehmen, eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF, orderte zehn Züge des Hochgeschwindigkeitszuges Velaro, der bauähnlich mit dem ICE der Deutschen Bahn ist. 2014 sollten die Züge ausgeliefert werden. Nun steht fest, dass Siemens den Zeitplan nicht halten kann. Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch sagte der "Süddeutschen Zeitung" : "Ich gebe zu: Wir haben die Komplexität des Auftrags unterschätzt." Frühestens 2015 können die Züge in Betrieb gehen.

Ein Datum steht noch immer nicht fest

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Das peinliche Eingeständnis von Busch ist die Spitze einer Reihe von Verfehlungen beim Münchener Hochtechnologiekonzern. Die Deutsche Bahn sollte ihre 16 bestellten ICE-Züge schon 2011 geliefert bekommen. Doch gleich mehrmals musste Siemens die Auslieferung verschieben. Noch immer steht ein Datum nicht fest. Ende Januar war die Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt so weit erfolgt, dass Siemens beginnen konnte, die Züge umzurüsten. Ende Juli könnte dann der Zulassungsprozess erneut beginnen. "Das kann erfahrungsgemäß zwischen vier und 18 Monaten dauern", erklärte Busch. Damit wird die Deutsche Bahn wohl auch im nächsten Winter auf die Züge verzichten müssen.

Eine Verspätung von mehr als zwei Jahren ist nicht akzeptabel. Zwar zeigen die Zughersteller gerne auf die Zulassungsprobleme mit dem Eisenbahnbundesamt. Das EBA würde den Prozess hinauszögern, alte Normen zum Standard erheben und dadurch Innovationen verhindern. Doch ganz so einfach, wie es sich die Unternehmen gerne machen, ist die Sache nicht. Die Hauptschuld bei der Lieferverzögerung des Velaro trägt Siemens selbst.

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