IG Metall: Teilzeit für Weiterbildung muss kommen

IG Metall: Teilzeit für Weiterbildung muss kommen

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Die IG-Metall fordert eine Neuregelung der Altersteilzeit und der Einstieg in ein Teilzeitmodell zur Weiterbildung

In der Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie wird es nicht nur ums Geld gehen. Für einen individuellen Rechtsanspruch auf Weiterbildung will die IG Metall notfalls auch streiken.

Die im Januar beginnenden Tarifverhandlungen für über 3,7 Millionen Beschäftigte in der deutschen Metall- und Elektroindustrie werden ein hartes Ringen. Die IG Metall will nicht nur 5,5 Prozent mehr Geld durchsetzen. Gleichberechtigte Ziele sind die Neuregelung der Altersteilzeit und der Einstieg in ein Teilzeitmodell zur Weiterbildung, wie der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur bekräftigte. Einen Abschluss werde es nur geben, wenn in allen drei Themen befriedigende Lösungen gefunden werden.

Indirekt drohte der IG-Metall-Chef mit Warnstreiks für den Fall, dass es innerhalb der Friedenspflicht keine Einigung geben sollte: „Wir wollen Regelungen in allen drei Punkten. Am Ende geht es immer um ein Gesamtpaket und nicht um einzelne Teilforderungen.“ Innerhalb der Friedenspflicht bis zum 28. Januar 2015 gebe es in jedem Tarifgebiet zwei Verhandlungsrunden.

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Die Arbeitgeber lehnen die Bildungsteilzeit ab und wollen zudem das bisherige Modell der Altersteilzeit kippen. „Wir wollen ein freiwilliges Modell, das heißt der Arbeitgeber entscheidet: Ja oder Nein“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, der Deutschen Presse-Agentur. Die Entgeltforderung von 5,5 Prozent hält Gesamtmetall für nicht realistisch. „Wir erwarten ein geringes Wachstum, das ist in manchen Bereichen aber noch mehr Hoffnung als Realität“, sagte Dulger mit Blick auf das kommende Jahr.

„Die aktuelle Beurteilung der weiteren Aussichten ist eher noch negativ“, betonte der Verbandspräsident. Außer den internationalen Krisen belasteten zusätzliche Kosten, die die Bundesregierung durch „teure sozialpolitische Wohltaten“ verursacht habe. Seit 2012 seien die Lohnstückkosten der Branche um fast zwölf Prozent gestiegen. „Das ist ein schlechtes Zeichen. Das belastet unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit enorm“, sagte Dulger.

Vor diesem Hintergrund habe sich der Beschäftigungsaufbau in der Metall- und Elektroindustrie zuletzt deutlich abgeschwächt. Wenn die Zusatzbelastungen zu groß würden, „kann das Arbeitsplätze kosten in 2015“, warnte Dulger. Im Oktober hatte die Branche 3,77 Millionen Beschäftigte, das waren 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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Die Gewerkschaft erwartet harte Gegenwehr der Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter bislang nach eigenem Gutdünken weitergebildet hätten. „Den Arbeitgebern geht es nicht um Bildung, sondern um Macht“, sagte Wetzel. „Wir wollen Rechtsansprüche und keine Gutsherrenart.“ Gesamtmetall lehnt die Bildungsteilzeit kategorisch ab. „Bei der Weiterbildung brauchen wir keinen Nachhilfeunterricht der Gewerkschaft“, hatte Dulger jüngst zu der Forderung erklärt.

Nach den Vorstellungen der IG Metall sollen einzelne Arbeitnehmer ähnlich wie bislang schon bei der Altersteilzeit beispielsweise nach zwei Jahren Vollarbeit zwei Jahre Zeit haben, um sich ausschließlich ihrem beruflichen Fortkommen widmen zu können. Über die gesamte Zeitspanne soll der Arbeitnehmer ein verringertes, vom Arbeitgeber aufgestocktes Gehalt beziehen.

Neben jungen und gering qualifizierten Mitarbeitern sollten auch Beschäftigte in der Mitte ihres Arbeitslebens davon profitieren, sagte Wetzel. Er rechne damit, dass wie bei der Altersteilzeit mit den Arbeitgebern ein bestimmter Anteil an der Belegschaft vereinbart werden könne, der sich fortbilden kann. Welche Beschäftigten das dann konkret seien, müsse in den Betrieben vereinbart werden. Das sei weit besser als die Entscheidung allein den Arbeitgebern zu überlassen, die oftmals nur einzelne Beschäftigte und die kurzfristigen Interessen des eigenen Betriebes im Blick hätten.

Wetzel verteidigte zudem die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld. Dieses Jahr sei für die allermeisten Unternehmen „sehr gut“ gelaufen, und 2015 werde „ebenso hervorragend“. Für Firmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gebe es ausreichende Ausnahmemöglichkeiten.

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