In zwei Jahren : Siemens will sechs Milliarden Euro einsparen

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In zwei Jahren : Siemens will sechs Milliarden Euro einsparen

von Matthias Kamp

Der Auftragseingang sank im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent, der Gewinn brach ein. Auch das kommende Jahr, glaubt Konzernchef Peter Löscher, dürfte schwierig werden.

Peter Löscher treibt seine Mannschaft unermüdlich an. „Mittelfeld ist für Siemens einfach nicht gut genug“, sagt der Vorstandschef. Auch in konjunkturell schwierigen Zeiten müsse das Unternehmen in der Lage sein, hohe Margen zu erwirtschaften, erklärte Löscher bei der Präsentation der Zahlen zum Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr heute in Berlin.

Zurzeit ist das konjunkturelle Umfeld schwierig, und das schlägt sich in einer enttäuschenden Bilanz nieder. Der operative Gewinn des Konzerns sank im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,4 auf 5,2 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 78,3 Milliarden Euro. Insbesondere der Auftragseingang im Sektor Energy verlief enttäuschend – ein Minus von 14 Prozent verbuchte Siemens hier. Am erfreulichsten entwickelte sich noch die Gesundheitssparte. Fünf Prozent mehr Aufträge holten die Münchner hier rein, der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 13,6 Milliarden Euro.

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Sparprogramm Siemens-Chef Löscher versemmelt Zukäufe

Bei Firmenübernahmen bewies Siemens-Vorstandschef Peter Löscher oft keine glückliche Hand. Nun sollen sechs Milliarden Euro eingespart werden. Welche Projekte für Siemens zur Enttäuschung wurden.

Quelle: dpa

Noch bis Mitte des Jahres hatte Siemens auf eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft gesetzt und damit auf kräftig wachsende Geschäfte. Es kam anders als Löscher erwartete: die Eurokrise flammte erneut auf, und auch in den Schwellenländern schwächelt die Konjunktur. Dass es bald besser wird, glaubt Löscher nun nicht mehr. „Wir erwarten keinen Rückenwind von der Weltwirtschaft“, sagt der Konzernchef. Besonders ärgerlich für Löscher: Konkurrenten wie General Electric und ABB fuhren trotz schwacher Konjunktur zuletzt noch ordentliche Ergebnisse ein. Der Siemens-Chef übt Selbstkritik: Relativ im Vergleich zum Wettbewerb sei man zurückgefallen.

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Für das Geschäftsjahr 2013 rechnen die Münchner damit, dass der Umsatz nicht wachsen wird. Vor allem die sich verschärfende Krise in der Autoindustrie bereitet den Münchnern Sorgen. Das von Löscher ausgegebene Umsatzziel von 100 Milliarden Euro rückt nun in noch weitere Ferne. Die Mannschaft müsse „jetzt die Ärmel aufkrempeln“, fordert der Siemens-Chef und verpasst dem Konzern ein Sparprogramm.

Rund sechs Milliarden Euro will Siemens bis 2014 einsparen. Die Ergebnismarge soll von 9,5 auf 12 Prozent steigen. Zunächst will der Konzern sein Geschäft zur Wasseraufbereitung verkaufen, eine Sparte bei der Löscher kaum Synergien mit anderen Geschäftsfeldern sieht. Die Wasseraufbereitung hatte zuletzt ein Umsatzvolumen von einer Milliarde Euro. Außerdem will der Konzern die Bürokratie entschlacken und die Prozess vereinfachen. Den Vertrieb will Siemens künftig stärker den lokalen Marktgegebenheiten anpassen. Die einzelnen Geschäftseinheiten sollen zudem mehr Freiheit für ihr unternehmerisches Handeln bekommen. Allein drei Milliarden Euro wollen die Münchner einsparen, indem sie die Forschung und Fertigung besser integrieren.

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