Indien: Der weiße Elefant lahmt

Indien: Der weiße Elefant lahmt

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Ein Fischer im Hafen von Madras. Die Wirtschaftsdaten Indienst haben sich verschlechtert: Das Wachstum lahmt, die Produktion geht zurück, die Inflation liegt bei 7,6 Prozent. Deutsche Unternehmen zögern, in Indien zu investieren.

Der Hunger der Inder nach Wissen und Leistung ist groß - und doch geht wirtschaftlich wenig voran im Land. Auch deutsche Unternehmen tun sich schwer auf dem Subkontinent. Aber sie geben die Hoffnung nicht auf.

„Indien ist der große weiße Elefant. Das große Talent, das seine Chancen nicht nutzt“, sagt Hubert Lienhard. Der Chef des Maschinenbauers Voith ist Indien-Sprecher des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Diese alte Weisheit stimme gerade jetzt wieder. „Ich bin tief davon überzeugt, dass Indien etwas kann“, sagt er, doch stecke das Land derzeit im Reformstau: Lizenzen für die fehlende Infrastruktur würden nicht vergeben, Genehmigungen dauerten ewig und der Protektionismus sei stark.

Deswegen hat Lienhard die Investitionen von Voith in Indien vorerst eingefroren. „Wir warten, bis es weitergeht.“ Ähnlich sehen das auch andere deutsche Firmenlenker, die sich in der Nähe der Hauptstadt Delhi am Freitag und Samstag zur Asien-Pazifik-Konferenz trafen. „Das Interesse an Indien ist ständig vorhanden. Doch derzeit ist eine Zurückhaltung spürbar“, sagt Katrin Pasvantis, Repräsentantin von Germany Trade and Invest in Indien für die deutsche Außenwirtschaftsförderung.

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Indien Quelle: dpa

Die Wirtschaftsdaten der Möchtegern-Wirtschaftssupermacht sind schlecht. Die indische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr gerade nach unten korrigiert, von 6,5 auf 5,8 Prozent - das wäre das schlechteste Ergebnis seit Jahren. Die Inflation liegt bei 7,6 Prozent und die Produktion sinkt.

Die Probleme sind vor allem hausgemacht. Die Außenhandelsquote ist gering, deswegen spielt etwa die Euro-Krise eine untergeordnete Rolle. Indiens Wirtschaft werde vor allem vom Binnenmarkt mit seinen 1,24 Milliarden Menschen angetrieben, erklärt Pasvantis. Die Regierung versucht nun, nach einer langen Phase der politischen Lähmung, das Land weiter für ausländische Investitionen zu öffnen.

„Es muss jetzt was passieren, die Ankündigungen müssen umgesetzt werden“, meint Lienhard. Der deutsche Mittelstand sei hier, verdiene gut, und denke nicht daran, das Land zu verlassen. „Jeder jammert aber über die verpassten Chancen. Das ist eine traurige Geschichte.“ Siemens-Chef Peter Löscher zeigt sich optimistisch und hofft, dass Indien schon bald wieder an die hohen Wirtschaftszahlen der vergangenen Jahre anknüpfen kann.

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