Industrie: Brexit könnte deutsche Lieferketten sprengen

Industrie: Brexit könnte deutsche Lieferketten sprengen

, aktualisiert 25. Juli 2017, 12:23 Uhr
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Einzelteile für Flugzeuge oder Autos überschreiten häufig zahlreiche Landesgrenzen, bis sie zu einem fertigen Produkt zusammengesetzt werden können.

Quelle:Handelsblatt Online

Zölle und weitere Kosten könnten nach dem Brexit deutschen Lieferketten schaden und die Preise nach oben treiben, stellt eine Studie fest. Die Industrie sei besonders gefährdet. Helfen könne nur ein Freihandelsabkommen.

BerlinDer britische EU-Austritt gefährdet einer Studie zufolge die weit verzweigten Lieferketten der deutschen Schlüsselindustrien. „Die komplexen Lieferketten könnten durch den Brexit schlimmstenfalls gesprengt werden“, warnte der Wissenschaftler Berthold Busch in dem am Dienstag veröffentlichten Gutachten für das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Einzelteile für Flugzeuge oder Autos überschritten häufig zahlreiche Landesgrenzen, bis sie zu einem fertigen Produkt zusammengesetzt werden könnten. Allein 2014 lieferten die Briten demnach Vorleistungen im Wert von rund 200 Milliarden Dollar in die EU-Staaten, davon für fast 36 Milliarden nach Deutschland.

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Der Brexit bringt laut der Untersuchung diese enge Zusammenarbeit in Gefahr oder mache sie durch Zölle und andere Kosten zumindest teurer, sollten sich die Partner nicht auf ein Freihandelsabkommen einigen. Allein Chemie- und Automobilindustrie erhalten demnach jährlich Vorleistungen in Milliardenhöhe aus Großbritannien. „Die deutsche Industrie würde ohne ein Freihandelsabkommen empfindlich getroffen werden“, betonte Busch. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals sehe es nicht besser aus. Dort müssten vor allem die Dienstleister zittern, die viele Geschäfte mit Deutschland und der EU machten.

Einigten sich die Partner nicht auf einen zollfreien Handel und hielten andere Handelshürden nicht niedrig, könnten die Kosten für die Industrie nachhaltig steigen und die Preise nach oben treiben. „Am Ende würden dann auch die deutschen Verbraucher die Zeche zahlen“, sagt Busch.

Quelle:  Handelsblatt Online
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