Industrie: Knorr-Bremse stagniert 2013, Wachstum 2014/15

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Heinz Hermann Thiele

von Reinhold Böhmer

Der Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär von Knorr-Bremse, Heinz Hermann Thiele, geht davon aus, dass der Münchner Eisenbahn- und Autozulieferer 2013 „kein substanzielles Wachstum“ erzielen wird.

„Real werden wir zwar drei bis vier Prozent mehr absetzen, durch Währungseffekte wird der Umsatz jedoch auf dem Vorjahresniveau von rund 4,3 Milliarden Euro verharren“, sagte Thiele im Interview. Optimistisch äußerte sich Thiele für die Folgejahre: „Wir wollen 2014 und 2015 wieder an das frühere Wachstum anknüpfen und jeweils mehr als fünf Prozent zulegen.“

Vossloh: Übernahme- und Fusionsgerüchte dementiert

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Thiele, Aufsichtsratschef und Großaktionär von Vossloh, dementiert Gerüchte, er wolle den Lokomotiven- und Schienensystembauer im Sauerland übernehmen oder mit seinem Unternehmen Knorr-Bremse in München fusionieren. „Ich habe nicht die Absicht, Vossloh von der Börse zu nehmen. Ich habe auch nicht die Absicht, Vossloh mit Knorr-Bremse zu verschmelzen“, stellt Thiele im Interview klar. Das Aktienpaket an Vossloh halte auch nicht Knorr-Bremse, sondern seine Holding-Gesellschaft, über die er sein Engagement bei Vossloh direkt führe.

Der 72-jährige Unternehmer und Milliardär hält derzeit 25 Prozent der Vossloh-Aktien und besitzt der Mehrheit der Stimmrechte an Knorr-Bremse, wo er Aufsichtsratsvorsitzender ist. Bei mehr als 30 Prozent müsste er den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot vorlegen. Es gebe keinen solchen Plan, betonte Thiele: „Ich habe nicht vor, meinen Anteil auf mehr als 30 Prozent zu erhöhen, auch nicht, nachdem anscheinend die Familienaktionäre von Vossloh für 200 Millionen Euro 22 Prozent der Aktien wohl bei institutionellen Anlegern platziert haben.“

Zu Spekulationen, Knorr-Bremse könnte seine Lkw-Bremsen-Sparte an den Getriebehersteller ZF verkaufen und aus dem Rest des Unternehmens mit der Vossloh-Infrastruktursparte einen weltweiten Schienenchampion formen, sagte Thiele: „Es ist unbegreiflich und schon beleidigend mir einen solchen Unsinn zu unterstellen.“ Der Erfolg von Knorr-Bremse beruhe auf dem Zusammenspiel seiner beiden starken Standbeine –den Systemen für Schienenfahrzeuge und für Nutzfahrzeuge. Thiele: „Ich müsste wirklich dumm sein, wenn ich diese Strategie ändern würde. Bin ich aber nicht.“

Nicht ausschließen wollte Thiele, dass Vossloh sich vom Lokomotivbau trennt und diesen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem starken Partner einbringt. „Das sind mögliche Denkmodelle“, sagte er. „Ob das Lokomotivgeschäft langfristig alleine positiv entwickelt werden kann, wird bei Vossloh zurzeit geprüft.“ Bis Mitte 2014 will sich Thiele dazu nach eigenen Angaben eine Position erarbeiten werden.

Neues Entwicklungszentrum in München

Knorr-Bremse hat sich trotz niedrigerer Kosten in Ungarn für München als Standort eines neuen Entwicklungszentrums entschieden. „Wir bauen 2014 ein neues, etwa 50 Millionen teures Entwicklungszentrum an unserem Stammsitz in München. Wir hätten das auch in Ungarn tun können, wo wir zwei Werke haben“, sagte Knorr-Bremse-Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele. Laut Thiele hätte Knorr-Bremse in Ungarn „einen großen Millionenbetrag“ sparen können. Er sei allerdings bereit, mehr Geld zu investieren, „um München und Deutschland als Entwicklungsstandort von Knorr-Bremse neue Impulse für künftige Innovationen zu geben“.

Nutzfahrzeugchef geht zu Schaeffler

Klaus Deller, Nutzfahrzeugchef des Knorr-Bremse-Konzerns, könnte das Unternehmen vorzeitig verlassen, um beim Automobilzulieferer Schaeffler Vorstandschef einzusteigen. „Wenn er die große Chance bei Schaeffler bekommt, werde ich ihn nicht blockieren“, sagte Heinz Hermann Thiele im Gespräch. Deller war in den vergangenen Wochen als Nachfolger von Jürgen Geißinger gehandelt worden, nachdem dieser Anfang Oktober den Chefsessel bei Schaeffler räumen musste.

Zudem räumte Thiele erstmals seinem Sohn Henrik Chancen auf einen Vorstandsposten bei Knorr-Bremse ein: „Mein Sohn ist auf gutem Weg. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er es in den Vorstand schafft. Aber das hängt einzig und allein von seiner Leistung ab.“

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