ABB-Deutschland-Chef Krabbe: "Der Schnelle ist der Erfolgreiche"

Industrie 4.0

InterviewABB-Deutschland-Chef Krabbe: "Der Schnelle ist der Erfolgreiche"

von Sebastian Schaal

Deutschland ist bei der Umsetzung der Industrie 4.0 in einem Rennen mit den USA und Asien. Im Interview spricht der Deutschland-Chef des Maschinenbauers ABB über die Vernetzung und intelligente Roboter.

Herr Krabbe, die deutsche Industrie gilt als Fabrikausrüster der Welt. Wird das mit der Umsetzung von Industrie 4.0 so bleiben?
Hans-Georg-Krabbe: Ich glaube im Moment nicht, dass wir die Führungsrolle abgeben. Die Stärke der deutschen Industrie, das auf viele Schultern verteilte Wissen für die Anwendungen – sowohl bei den Mittelständlern als auch bei den großen Technologiekonzernen – wird auch weiterhin unsere Stärke bleiben. Noch nicht entschieden ist aber die Frage, auf welcher Plattform die Industrie 4.0 umgesetzt wird.

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Wer liegt da vorne?
Die Amerikaner kommen mit einer anderen Historie aus einem anderen Feld heraus. Deshalb haben die USA hier momentan die Nase vorne. Wir müssen aufpassen, hier nicht an Geschwindigkeit zu verlieren, um so in der Gesamtbetrachtung unseren Vorsprung – den ich immer noch sehe – einzubüßen.

Zur Person

  • Hans-Georg Krabbe

    Der Diplom-Volkswirt ist seit 2008 Mitgleid des Vorstands der deutschen ABB. Dort war er zuständig für die Automatisierungstechnik und leitete zugleich die Division Niederspannungsprodukte für die Region Zentraleuropa. Seit dem 1. Janaur 2015 ist Krabbe der neue Vorstandsvorsitzende der deutschen ABB.

Macht der Schnelle oder der Gründliche das Rennen?
Am liebsten natürlich der Schnelle und Gründliche. Die Erfahrung zeigt aber, dass der Schnelle der Erfolgreiche ist. Es ist wichtig, schnell Erfahrungen zu sammeln – auch wenn die Erkenntnis ist, vorerst einen Schritt zurück zu gehen. Aus Erfahrungen entsteht Input für neue Anwendungen, Cyber-Security und bessere Lösungen.

Eine der Premieren an Ihrem Messestand ist der Zwei-Arm-Roboter YuMi. Stecken in ihm mehr Innovationen in der Hardware oder der Software?
Genaue Zahlen habe ich nicht vorliegen, es dürfte im Bereich 50:50 liegen. Bei YuMi hat die Sensordichte ein hohes Innovationspotenzial, weil das erst die sichere Zusammenarbeit mit dem Menschen ohne Käfig ermöglicht. Es ist aber auch bei der Hardware ein radikal neues Produkt mit neuen Ansätzen.

ABB-Deutschland-Chef Hans-Georg Krabbe im Interview mit WirtschaftsWoche Online. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

ABB-Deutschland-Chef Hans-Georg Krabbe im Interview mit WirtschaftsWoche Online. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Noch vor wenigen Jahren hatte die Software keinen so großen Anteil an den Innovationen. Müssen Sie diesem Trend auch als Unternehmen Rechnung tragen? Suchen Sie anderes Personal?
Ausbildung und Know-how haben ganz entscheidend dazu beigetragen, dass wir YuMi entwickeln konnten. Mit der Akquisition des Roboter-Spezialisten Gomtec haben wir unsere Kompetenz in diesem Bereich ausgebaut. Wir sind aber selbstverständlich weiterhin auf der Suche nach Software-Entwicklern, die auf einem Markt wie Deutschland sehr begehrt sind. Eine der besonderen Herausforderungen bei uns ist die Schnittstelle zwischen Hard- und Software, die Mechanik in die konkrete Anwendung und in Programmcode umzusetzen. Da brauchen wir die richtigen Leute.

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