Industriegaskonzern: Lindes Übernahme von Lincare wird konkret

Industriegaskonzern: Lindes Übernahme von Lincare wird konkret

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Am Sonntag hat der Münchner Industriegasekonzern Linde eine Übernahmevereinbarung mit dem US-Unternehmen Lincare beschlossen.

Erst gab es nur Gerüchte, jetzt scheint es offiziell: Das Münchner Konzern Linde hat am Sonntagabend die Übernahmepläne mit dem US-Konkurrenten Lincare festgemacht. Die Übernahme soll mehrere Milliarden kosten.

Der Industriegasekonzern Linde will den US-Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare für 4,6 Milliarden Dollar übernehmen. Die beiden Unternehmen hätten eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, teilten die Münchener am Sonntagabend mit. Linde beabsichtige, alle verfügbaren Lincare-Aktien zu erwerben und biete den Lincare-Aktionären 41,50 Dollar je Anteilschein in bar.

Das Dax-Unternehmen will die Transaktion im Laufe des dritten Quartals 2012 abschließen. Die zuständigen Behörden müssen noch zustimmen. Die Finanzierung erfolge durch einen Akquisitionskredit in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar und aus laufenden Mitteln, teilte Linde mit. Der Akquisitionskredit werde refinanziert durch Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen. Kommt die Übernahme durch Linde zustande, wäre es die viertgrößte angekündigte Transaktion der Jahreshälfte 2012 unter deutschen Beteiligung, nach Rhön-Kliniken, Ariba (SAP) und das E.On-Netzgeschäft Open Grid

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Noch Ende vergangener Woche waren nur gerüchteweise zu hören, dass eine solche Übernahme bevor stünde. Linde gab dazu am Freitag "keinen Kommentar".

Auch Konkurrenz sucht nach Zukaufmöglichkeiten

Lincare versorgt in den USA-Atemwegspatienten mit Sauerstoff-Geräten und Zerstäubern und konkurriert dort mit Firmen wie der in Kalifornien ansässigen Apria Healthcare. Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle ist das Geschäft mit medizinischen Gasen und Dienstleistungen eines der Wachstumsfelder neben dem klassischen Geschäft mit Industriegasen.

Erst vor wenigen Monaten hatte Linde für rund 590 Millionen Euro vom US-Wettbewerber Air Products das Geschäft mit Beatmungs- und Schlaftherapien in verschiedenen europäischen Ländern übernommen. Das Geschäft mit medizinischem Sauerstoff und der Versorgung von Atemwegspatienten gilt in der Branche als attraktiv. Es wirft häufig eine höhere Rendite ab als das Geschäft mit der Versorgung großer Industriekunden.

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Auch die französische Air Liquide ist auf der Suche nach Zukäufen in diesem Feld.

Erst unlängst hatte der Rivale angekündigt, die Mehrheit an der börsennotierten Firma LVL Medical zu übernehmen, die Atemwegserkrankte zu Hause mit Sauerstoff-Therapien versorgt. Air Liquide ist derzeit im Geschäft mit Medizingasen und entsprechenden Gesundheitsdiensten weltweit die Nummer eins, Linde die Nummer zwei.

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