Initiative von 40 Unternehmen: Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg

Initiative von 40 Unternehmen: Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg

, aktualisiert 07. November 2017, 09:48 Uhr
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40 Unternehmen wollen die Kohleverstromung stoppen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die mögliche Jamaika-Koalition ist uneins in der Klimapolitik. Darum fordern nun 40 Konzerne von Aldi bis Telekom in einer Erklärung klare Ansagen: Die künftige Regierung müsse den Ausstieg aus der Kohle vorantreiben.

Während sich Union, FDP und Grüne bei den Sondierungsgesprächen in Berlin öffentlich beharken, wenn es um die Klima- und Energiepolitik geht, zeigen sich 40 deutsche Konzerne geschlossen. Mit einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch wollen sie den Druck auf die Politik erhöhen, den Klimawandel energischer zu bekämpfen, berichtet die „Börsenzeitung“. Der Klimaschutz müsse „zentrale Aufgabe“ einer künftigen Regierung sein, heißt es in dem Schreiben.

Angestoßen wird die Initiative von der „Stiftung 2 Grad“, die unter anderem durch namhafte Konzerne wie Aldi, die Deutsche Bahn und die Telekom finanziert wird. Aber auch weitere Unternehmen wie Adidas, Siemens und EnBW haben sich dem Appell angeschlossen. „Die zukünftigen Regierungsparteien sind dazu aufgerufen, ein konsistentes Konzept vorzulegen, wie die 2020-Ziele und die Ziele des Klimaschutzplans 2050 erreicht werden können“, hatte Stiftungsvorständin Sabine Nallinger bereits erklären lassen.

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„Als wesentliche Innovationstreiber brauchen Energiewende und Wärmewende durch den neuen Koalitionsvertrag einen zusätzlichen Schub“, heißt es in dem Appell weiter. Die Sektorenziele für das Jahr 2030 sollten bald implementiert werden, nachdem man zuletzt die selbstgesteckten Ziele verfehlt hatte.

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Umwelt- und Klimapolitik gilt als ein zentraler Streitpunkt bei den Jamaika-Gesprächen. Viel erreicht haben die Unterhändler bisher nicht. Nun gehen die Grünen einen ersten großen Schritt auf die potenziellen Partner zu.

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, und Katrin Göring-Eckardt Quelle: dpa

Was aus ihrer Sicht konkret zu ändern ist, verraten die Unternehmen ebenfalls: „Unverzichtbar ist ein verlässlicher und sozialverträglicher Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung“, zitiert die „Börsenzeitung“ aus dem Schreiben. „Dazu gehört eine schrittweise Verringerung der treibhausgasintensiven Kraftwerkskapazitäten unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und der Klimaziele.“ Darüber hinaus müsse CO2 wirksam bepreist, die Ausschreibungsmengen für erneuerbare Energien erhöht und der Anreiz zum Stromsparen gesteigert werden.

Damit setzt die Industrieinitiative insbesondere FDP-Chef Christian Lindner unter Druck, der zuletzt öffentlich die Klimaziele infrage gestellt hatte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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