Insider berichten: Bieter für Thyssen-Stahlwerke verbünden sich

10. Februar 2013, aktualisiert 10. Februar 2013, 15:12 Uhr
Thyssen-Krupp Stahlwerk in Duisburg: Beginnt der Ausstieg aus dem Stahlgeschäft? Quelle: dpaBild vergrößern
Thyssen-Krupp Stahlwerk in Duisburg: Beginnt der Ausstieg aus dem Stahlgeschäft? Quelle: dpa
Quelle: Handelsblatt Online

Im Rennen um die Stahlwerke von Thyssen-Krupp zeichnet sich ein Bieterwettbewerb ab. Ein japanischer und ein amerikanischer Stahlkocher wollen eine gemeinsame Offerte - genauso wie ein indisch-japanisches Konsortium.

EssenIm Rennen um die Stahlwerke von ThyssenKrupp in Übersee schmieden Insidern zufolge einige Bieter Bündnisse. Der japanische Stahlkocher JFE Steel und der Konkurrent U.S. Steel wollten eine gemeinsame Offerte vorlegen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

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Damit folgten sie einem gemeinsamen Vorgehen von Weltmarktführer ArcelorMittal mit Nippon Steel aus Japan und den Bemühungen des brasilianischen Stahlkonzerns CSN um finanzielle Schützenhilfe der staatlichen Entwicklungsbank BNDES. Die Frist für bindende Angebote laufe am 28. Februar ab.

ThyssenKrupp wollte sich am Sonntag nicht näher zum Stand des Verfahrens äußern. "Der Bieterprozess verläuft planmäßig", sagte ein Sprecher lediglich. Der Konzern sei weiter zuversichtlich, bis Ende des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) eine Lösung zu finden. Von JFE Steel und US Steel war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Durch die Bündnisse können die Bieter die Transaktion auf breitere Schultern stellen. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will die Stahlwerke in den USA und Brasilien möglichst rasch abstoßen. Nach hohen Verlusten und Abschreibungen stehen die Werke noch mit insgesamt 3,9 Milliarden Euro in den Büchern.

Darin enthalten ist auch ein Anteil von 27 Prozent, den der brasilianische Rohstoffkonzern Vale an der Anlage in seinem Heimatland hält. Nach Pleiten, Pech und Pannen waren die Kosten für die beiden Stahlwerke auf zwölf Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Die frühere Strategie von ThyssenKrupp im nordamerikanischen Stahlgeschäft ist gescheitert.

Mitte Januar hatte Reuters von mit der Situation vertrauten Personen erfahren, dass ArcelorMittal 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) für die Anlage in den USA bietet. CSN wolle 3,8 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) für das Werk in den USA und für eine Mehrheit an dem Stahlwerk in Brasilien hinblättern.

ThyssenKrupp-Finanzchef Guido Kerkhoff hatte im Dezember gesagt, dass es "mehr als eine Handvoll Interessenten" gebe. Nähere Einzelheiten zur Entwicklung des amerikanischen Stahlgeschäfts wird der Konzern am Dienstag bei der Vorlage seiner Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) nennen. Am Nachmittag will sich das Management den Fragen der Analysten stellen.

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