ThemaSolarenergie

Insider: EU und China stehen kurz vor Einigung im Solarstreit

24. Juli 2013

China und die EU stehen offenbar vor einer Einigung im Solarstreit. "Wir sind kurz einer Verständigung. Beide Seiten wollen einen Kompromiss", sagte ein ranghoher EU-Vertreter am Mittwoch.

Nach sechswöchigen Gesprächen müssten sich die Verhandlungsparteien nun nur noch auf eine jährliche Quote für chinesische Importe sowie einen Minimumpreis festlegen, zu dem chinesische Solarmodule in der Europäischen Union verkauft werden sollen. Die endgültigen Beratungen würden auf der höchsten politische Ebene telefonisch fortgesetzt, verlautete aus chinesischen Verhandlungskreisen. Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte lediglich, dass beide Seiten nach einer einvernehmlichen Lösung suchten.

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Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.

Die Zeit drängt, weil ab August in der EU hohe Strafzölle auf chinesische Solarmodule in Kraft treten. In dem Konflikt geht es um Solarpanels im Volumen von 21 Milliarden Euro, die Firmen wie Trina Solar, Yingli Green Energy oder Suntech Power nach Europa liefern. Mit einem Kompromiss könnte der potenziell für beide Seiten sehr teure Handelskonflikt entschärft werden. Die EU ist ein wichtiger Exportmarkt für die chinesischen Solarkonzerne, etwa die Hälfte der Panels geht nach Europa.

Schutzzölle Wie die Chinesen die Solarzölle umgehen werden

EU-Handelskommissar Karel De Gucht hat seine Entscheidung zu den Strafzöllen auf chinesische Solarmodelle offenbar vorgezogen: Er will trotz zahlreicher Vetos Schutzzölle erheben.

Schutzzölle: Wie die Chinesen die Solarzölle umgehen werden

Die Europäer werfen den chinesischen Herstellern vor, mit Preisen unterhalb der Herstellerkosten den europäischen Markt zu fluten und die heimischen Konkurrenten zu verdrängen. Die Produktion von Solaranlagen in China wurde von 2009 bis 2011 um das Vierfache gesteigert, inzwischen übertrifft das Angebot der chinesischen Unternehmen die weltweite Nachfrage. Deutsche Firmen leiden massiv unter dem Preisverfall. Viele Unternehmen, einst weltweit führend, sind in schwere Schieflage geraten oder mussten sogar Insolvenz anmelden.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 24.07.2013, 21:12 UhrPeter

    Das ist doch lächerlich was die EU-Kommission da abzieht. Wir brauchen freien Handel um die Energiewende voranzubringen und keine Schutzzölle für grüne Multimillionäre. Ein Handelskrieg mit China schadet vor allem der deutschen Industrie.

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