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Investor Wilbur Ross: Retter für Schifffonds in Not

von Yvonne Esterházy

Der US-Milliardär Wilbur Ross will sich in Teile der deutschen Handelsflotte und notleidender Schiffsfonds einkaufen.

Platz 10

Kapazitäten zum Transport von 509.065 Standardcontainer hat die Reederei Mitsui O.S.K Lines nach Angaben des Branchendienstes Alphaliner am 1. November 2012. Das sind drei Prozent Weltmarktanteil. Damit landet das japanische Unternehmen auf dem zehnten Platz der größten Reedereien der Welt. Foto: die Alligator Bravery im Hafen von Oakland, Kalifornien.

Bild: AP

Er erhebt kaum je die Stimme und zeigt auch selten Emotionen. Unterkühlt? Ja – aber auch ausgesucht höflich. Der amerikanische Großinvestor und Milliardär Wilbur Ross nimmt sich Zeit, um seine Geschäftsstrategie zu erklären.

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Und die gelte neuerdings, sagt der 74-Jährige, deutschen Tankern und Frachtschiffen. Denn diese gehören in der Mehrzahl Schiffsfonds, die derartige Transportkähne bauen lassen und sie anschließend an Linienreeder vermieten.

Doch das Geschäft stottert. Wegen des derzeitigen Überangebotes an Schiffen können die Reeder bei den Fonds sehr günstige Konditionen herausschlagen. Das dezimiert die Einnahmen der Fonds und damit die Erträge der Anleger – für Ross der ideale Zeitpunkt, um zuzuschlagen.

Rund 37 000 Schiffe zählt die weltweite Handelsflotte. Die deutsche kommt auf 3473 Schiffe, davon liegen mindestens 1656 in den Händen unzähliger Privatanleger, die Milliarden investiert haben und sich jetzt zunehmend eine blutige Nase holen.

Darin sieht Ross seine große Chance: Weil das Angebot die Nachfrage nach Schiffen übersteigt, hofft er, Tanker und Frachter preisgünstig erwerben zu können.

Kauf von Flotten und Frachtern

Geschlossene Schiffsfonds sind formal eigenständige Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG. Anleger beteiligen sich daran so lange, bis das Eigenkapital für den Erwerb eines Schiffes beisammen ist.

Dann wird der Fonds geschlossen. Bis zur Auflösung am Ende der Laufzeit können keine weiteren Anleger einsteigen.

Dieses Problem will Ross nun offenkundig dadurch lösen, dass er den Fonds die Schiffe abkauft. „Wir halten bereits bedeutende Anteile an der US-Reederei Diamond Shipping und an der auf den Transport von Flüssiggas spezialisierten britischen Schifffahrtsgesellschaft Navigator“, sagt der Amerikaner. „Deshalb wäre ein nächster Schritt der Kauf ganzer Flotten oder einzelner Frachter.“

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