Jean Paul Agon: L'Oréal-Chef wünscht sich einen schwächeren Euro

ThemaKonsumgüter

Jean Paul Agon: L'Oréal-Chef wünscht sich einen schwächeren Euro

, aktualisiert 10. Juni 2013, 13:38 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Steuerpläne der französischen Regierung verunsichern die Unternehmer des Landes massiv. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht L'Oréal-Chef Jean Paul Agon zudem über Schlecker und einen möglichst schwachen Euro.

Bild vergrößern

L'Oreal-Chef Jean-Paul Agon wünscht sich einen schwächeren Euro, damit die europäischen Firmen billiger anbieten können.

Der Chef des weltgrößten Kosmetikkonzerns L'Oréal, Jean Paul Agon, hat sich in einem Interview mit dem Handelsblatt kritisch über die Steuerpläne der französischen Regierung geäußert. "Wenn man zu weit geht, schreckt das Leute ab, nach Frankreich zu kommen", sagte der Franzose. Es könne bereits so weit sein, sagte er mit Blick auf einem Spitzensteuersatz von 75 Prozent. Er halte es zwar für richtig, "Menschen, die Geld verdienen, an wirtschaftlichen Anstrengungen zu beteiligen". Es sei jedoch notwendig, dass die Regierung ihre Zusage einhalte, die Steuer zeitlich zu beschränken.

Agon plädierte zudem für einen schwächeren Euro. "Ein niedrigerer Wechselkurses wäre ein einfacher Weg, die Konjunktur anzukurbeln", sagte er. "Wenn die übrige Welt den Wechselkurs als Waffe nutzt, gerät Europa in Gefahr, wenn es den Wechselkurs nicht ebenfalls einsetzt", sagte er dem Handelsblatt.

Anzeige

Makellose Bilanz: Kennzahlen L'Oreal

  • Umsatzsteigerung

    Umsatzsteigerung 2012: 10 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro

  • Gewinnsteigerung

    Gewinnsteigerung 2012: 12 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro

  • Beschäftigte

    72.600

  • Patentanmeldungen

    2012: 611

  • Standorte

    L’Oréal gibt es in 130 Ländern

  • 30,8 Prozent der Aktien

    Liegen bei der Gründer-Tochter Liliane Bettencourt, davon wurden 41 Prozent ohne Stimmrecht an deren Tochter Françoise Bettencourt-Meyers übertragen

  • 29,6 Prozent der Aktien

    hält Nestlé, der Schweizer Konzern und die Familie Bettencourt haben sich Ende 2013 ein Vorkaufsrecht an ihren Anteilen eingeräumt

  • Weiblicher Vorstand

    3 Frauen gehören dem Vorstand an

Für das deutsche Geschäft zeigte sich Agon optimistisch. Die Schlecker-Pleite beeinträchtige das Geschäft in Deutschland nicht. "Der Beweis ist, dass wir dieses Jahr in Deutschland das stärkste Wachstum seit vielen Jahren haben werden", sagte Agon. Der gesamte deutsche Markt stagniere, während L'Oréal Marktanteile gewinne. Dazu trügen Neuheiten bei. Ein Beispiel sei professionelle Haarpflege: "Obwohl in Deutschland die wahrscheinlich härteste Konkurrenz im Friseur-Geschäft herrscht - Wella, Schwarzkopf und Goldwell sind hier zuhause - legen wir enorm zu", sagte Agon.

Weitere Artikel

Auch in der Werbung gehe L'Oréal neue Wege und verzichte immer häufiger darauf, Werbebilder zu bearbeiten. "Es war in der Branche bislang üblich, nach einem Foto-Shooting das Beste aus den Bildern rauszuholen. Doch inzwischen bearbeiten wir die Bilder meist nicht mehr", sagte der Manager.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%