Joe Kaeser: Solide Zahlen bei Siemens erwartet

Joe Kaeser: Solide Zahlen bei Siemens erwartet

Wie geht es für Siemens weiter? Konzernchef Kaeser präsentiert am Donnerstag die Zahlen. Experten gehen davon aus, dass sich Siemens in einem herausfordernden Umfeld zuletzt ganz gut geschlagen hat.

Siemens-Chef Joe Kaeser dürfte an diesem Donnerstag ordentliche Zahlen für das Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres vorlegen. Experten gehen davon aus, dass der Elektroriese bei Umsatz und Auftragseingang besser abgeschnitten hat als im Vorjahreszeitraum. Die Kosten für den radikalen Konzernumbau dagegen dürften den Gewinn belastet haben.

Im Fokus der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin steht neben dem Ausblick für das neue Geschäftsjahr auch die Frage, ob Siemens 2014/15 das angepeilte Margenziel geschafft hat. Im industriellen Geschäft sollten 10 bis 11 Prozent vom Umsatz übrig bleiben. Kaeser sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu dem Thema vor einigen Tagen: „Wir sind so ziemlich die Einzigen in unserer Peer Group, die ihre ursprüngliche Jahresprognose nicht zurückgenommen haben“ - was darauf schließen lassen könnte, dass er Wort halten wird.

Programm "Siemens 2020" in Schlagworten

  • Der "Elektrifizierungs-Konzern"

    Siemens will sich entlang der Wertschöpfungsketten von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen. Chef Kaeser hat hierfür mehrere Wachstumsfelder mit Potenzial definiert, so etwa die Märkte für kleine Gasturbinen sowie Offshore-Windanlagen, intelligente Stromnetze, Produkte und Dienste rund um das Thema Industrie 4.0 aber auch der Markt für die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas.

  • Schlanker und wieder näher am Kunden

    Das Sektorenkonzept wird zum Oktober komplett abgeschafft. Bisher hatten die Münchner ihr Geschäft in die Sektoren Healthcare, Energy, Industry und Infrastructure & Cities gegliedert. Künftig soll es, wie schon unter dem früheren CEO Heinrich v. Pierer, nur noch Geschäftseinheiten geben. Statt den bisher 16 Divisionen soll es nur noch 9 geben.

  • Healthcare-Geschäft wird eigenständig

    Das Healthcare-Geschäft wird in Zukunft eigenständig, also außerhalb der neun Divisionen geführt. Dies bedeutet, dass regionale Organisationsstrukturen
    den Anforderungen des Gesundheitsmarktes angepasst werden können und nicht der Matrix der Konzernorganisation entsprechen müssen.

  • Mitarbeiter stärker beteiligen

    Das Unternehmen will seine Aktienprogramme für Mitarbeiter unterhalb der Senior-Managementebene erweitern und die Anzahl der Mitarbeiter-Aktionäre um mindestens 50 Prozent auf deutlich über 200.000 steigern. Hierzu stellt Siemens jährlich erfolgsabhängig bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung.

  • Sparen

    Mit der Bündelung der Divisionen und der Auflösung der Sektoren sollen Bürokratie abgebaut, Kosten gesenkt und Entscheidungen innerhalb des Unternehmens beschleunigt werden. Zudem sollen Querschnittsfunktionen wie das Personalwesen und die Kommunikation gestrafft und zentral geführt werden. Insgesamt will Kaeser so bis 2016 eine Milliarde Euro einsparen.

Für die Beschäftigten sind nach dem Abbau von rund 13 000 Jobs durch Konzernumbau und Einsparungen in der Stromerzeugung zur Bilanzvorlage keine größeren Hiobsbotschaften zu erwarten. Ende September hatten sich Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter auf einen Interessenausgleich für die Stromerzeugungssparte geeinigt. Noch offen ist eine solche Vereinbarung im Öl- und Gasgeschäft, die Verhandlungen laufen derzeit noch.

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Hintergrund ist die Integration des US-Kompressorenherstellers Dresser-Rand, den Siemens übernommen hatte. Medienberichten zufolge sollen davon an den Standorten Duisburg und Frankenthal in Rheinland-Pfalz mehrere hundert Arbeitsplätze betroffen sein. Bei den bereits verkündeten Abbauzahlen soll es aber bleiben. Insgesamt hatte Siemens Anfang Mai die Streichung von weltweit rund 4500 Jobs angekündigt, davon 2200 in Deutschland - nachdem bereits durch den Konzernumbau und weitere Sparmaßnahmen im Energiegeschäft Tausende Jobs weggefallen waren. Sollten die Quartalszahlen wie erwartet solide ausfallen, wäre das aus Sicht von Analysten angesichts des niedrigen Ölpreises und der Schwäche in China ein Erfolg für Siemens.

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