Kalimarkt: Turbulente Zeiten für Düngemittelproduzent K+S

Kalimarkt: Turbulente Zeiten für Düngemittelproduzent K+S

, aktualisiert 13. März 2014, 16:05 Uhr
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K+S legte heut seine Jahreszahlen vor. Dividenden wurden gekürzt und der Gewinn geschmälert. Ob sich das Unternehmen am unruhigen Kalimarkt weiterhin halten kann ist unklar. Die Versuche einen Ausweg aus der Misere zu finden werden aber positiv betrachtet.

K+S hat seine Jahresbilanz vorgelegt. Sinkende Kalipreise haben in 2013 zu einem starken Gewinnrückgang geführt. Großprojekte und Unsicherheiten auf dem Kalimarkt ließen auch die Dividende dieses Jahr drastisch niedriger ausfallen.

Bei gleichbleibendem Umsatz musste K+S im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von 18,4 Prozent hinnehmen. Auch im nächsten Jahr werden aufgrund sinkender Kalipreise weitere Einbußen erwartet. Nachdem das Unternehmen seine Anteilseigner schon an den Kosten des größten Projekts der Firmengeschichte, dem Bau einer Kali-Mine in Kanada, beteiligt hatte, fällt nun auch noch die Dividende. Die langjährige Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent sank 2013 auf elf Prozent. Anstelle der üblichen 1,40 Euro werden dieses Jahr nur 0,25 Euro je Aktie gezahlt. Das schmeckt den Anlegern offenbar gar nicht: Der zurückhaltende Ausblick hat K+S am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Aktien des Düngemittel- und Streusalz-Herstellers fielen um bis zu 7,3 Prozent und waren mit 22,73 Euro so billig wie zuletzt Anfang Februar.

Um dem Fall entgegenzuwirken, versucht das Kasseler Unternehmen mit Kosteneinsparungen, Diversifikation und Erschließung größerer Produktionskapazitäten. Eine weitere Finanzspritze mittels Kapitalerhöhung soll aber nicht nötig sein. "Wir sind überzeugt, dass wir keine Kapitalerhöhung in der nächsten Zeit brauchen", sagte K+S-Chef Norbert Steiner heute gegenüber Reuters.

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Den größten Teil des Unternehmensgewinns macht jedoch noch immer das hauptsächlich für die Herstellung von Düngemittel benötigte Kali aus. K+S steht hier seit der Ankündigung eines bedeutend größeren Konkurrenten zunehmend unter Druck. Durch Produktionssteigerung will das russische Uralkali Preise von unter 300 Dollar je Tonne riskieren. Das birgt Probleme für K+S: Um hier gewinnträchtig zu produzieren, werden höhere Preise benötigt.

Das Kasseler Unternehmen produziert mit rund 360 Dollar pro Tonne mit am teuersten in der Branche. Der Konkurrent Uralkali hat angekündigt mit einer Ausweitung der eigenen Produktion Preise von unter 300 Dollar zu riskieren. Noch ist das Kaligeschäft aber die gewinnträchtigste Sparte von K+S. Quelle: dpa

Das Kasseler Unternehmen produziert mit rund 360 Dollar pro Tonne mit am teuersten in der Branche. Der Konkurrent Uralkali hat angekündigt mit einer Ausweitung der eigenen Produktion Preise von unter 300 Dollar zu riskieren. Noch ist das Kaligeschäft aber die gewinnträchtigste Sparte von K+S.

Bild: dpa

Die Bemühungen von K+S einen Weg aus der Krise zu finden, werden von Lutz Grüten, Chefanalyst der Commerzbank für Rohstoffe, aber prinzipiell positiv gesehen. „Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Strategie von K+S bei einem nachhaltigen Angebotsüberschuss – den wir erwarten – schlagen wird.“

Mit nur rund zehn Prozent Marktanteil ist K+S kein Schwergewicht in der Branche. Im Gegensatz zu den großen Exportkartellen Canpotex und BPC, kann das Kasseler Unternehmen keine Preise bestimmen. Diese hatten bis 2013 Jahr zusammen gute 60 Prozent des Marktes versorgt. Mit Preisen von um die 400 Dollar die Tonne ging es dem Markt gut. Im Juli jedoch brachte Uralkali die Preise zum purzeln. CEO Baumgertner kündigte die Zusammenarbeit mit Belaruskali auf. Nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen Erlass des weißrussischen Präsidenten und Verkäufen außerhalb des gemeinsamen Verkaufsnetzwerkes. 

Die weitere Ankündigungen, die Kaliproduktion stark auszubauen und damit Preise von unter 300 Dollar pro Tonne zu riskieren, machen die Märkte bis heute unruhig. Als direkte Reaktion fielen die Marktwerte der Produzenten damals in kürzester Zeit um bis zu 20 Prozent. Der Kalipreis verlor innerhalb der folgenden drei Monate rund 16 Prozent.

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Dem soll unter anderem mit Einsparungen von 500 Millionen innerhalb von drei Jahren und der Erschließung von neuen Abbaugebieten in Kanada Abhilfe geschaffen werden. Das Legacy Project ist bis jetzt das größte der Firmengeschichte. Und es ist aus zweierlei Sicht notwendig: zum einen wird Kali Mitte des Jahrhunderts knapp werden in Deutschland, dort liegt ein Großteil der K+S-Produktionsstätten. Zum anderen verspricht die neue Mine niedrigere Produktionskosten. Das ist nötig, will das Unternehmen weiter auf dem Kalimarkt mitmischen. Und das wird wohl erstmal der Fall bleiben: Salz, das andere Standbein von K+S, macht zwar knapp die Hälfte des Umsatzes aus, ist aber im Vergleich zu Kali nur ein Viertel so rentabel.

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