Kanye und Yeezy: Wie Adidas Nike attackiert

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Kanye und Yeezy: Wie Adidas Nike attackiert

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Ein Modell trägt ein Paar Adidas Yeezy 750 Boost Sneakers, designed von Kanye West.

von Peter Steinkirchner

Zum ersten Mal bindet sich Adidas in großem Stil an einen Musiker. Mit Kanye West gründet der Sportkonzern die Marke Yeezy und macht mit der dritten großen Ankündigung innerhalb weniger Tage weiter Druck auf Nike.

Das kann kein Zufall sein: Just einen Tag nachdem Nike die Geschäftszahlen für das Ende Mai abgelaufene Geschäftsjahr bekannt gegeben hatte, hat der Dax-Konzern aus Herzogenaurach eine eigene Meldung rausgehauen, die sich gewaschen hat. Adidas baut seine Partnerschaft mit dem Musiker und Kreativ-Unternehmer Kanye West weiter aus und gründet dazu mit ihm zusammen die Marke Yeezy.

Bislang hatten beide unter dem Namen vor allem sündhaft teure Sneaker verkauft, für die Turnschuh-Fans reihenweise vor Adidas-Läden campierten, um ein Paar der begehrten Treter zu ergattern. Im vergangenen Jahr kam dann eine wohlwollend besprochene Bekleidungskollektion dazu. Beides will der Sportkonzern künftig erweitern und baut dazu rund um West und die neue Marke Yeezy ein eigenes Designteam in seinem US-Hauptquartier in Portland im Bundesstaat Oregon auf.

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Zwar lässt sich Adidas nicht genau in die Karten schauen und bestreut stattdessen die Mitteilung über die neue Partnerschaft mit reichlich PR-Zucker und blumigen Superlativen. Interessant ist allerdings, dass West künftig nicht nur Lifestyle- und Modeprodukte für die Franken entwerfen soll. Stattdessen wird es in seinem Design auch Shirts und Schuhe geben, die Athleten tatsächlich zum Sport tragen können. So sollen sich Mode und Performance gegenseitig befruchten – und wohl zugleich Bedenken zerstreuen, Adidas tendiere nun zu stark in Richtung Mode.

Diese Teams rüsten Adidas und Co. bei der EM aus

  • Adidas

    Deutschland, Schweden, Belgien, Wales, Spanien, Russland, Ukraine, Nordirland und Ungarn.

  • Nike

    Türkei, Polen, England, Kroatien, Portugal und Frankreich.

  • Puma

    Italien, Schweiz, Österreich, Slowakei und Tschechien.

  • Errea

    Island

  • Joma

    Rumänien

  • Macron

    Albanien

  • Umbro

    Irland

Seit Adidas und West die Partnerschaft im Februar 2015 mit dem ersten Schuh – dem Yeezy Boost 750 - präsentierten, hat die Kollaboration neben ausverkauften Regalen für die Herzogenauracher vor allem eines gebracht: jede Menge Publicity. Denn genau dafür steht Kanye West – der Rapper und Musikproduzent ist ein begnadeter (Selbst-)Verkäufer, einer, den das US-Magazin Time nicht zufällig nach 2005 auch 2015 zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt zählte.

Einer, der indes auch schon eine hübsche Liste früherer Kooperation mit sich herumträgt: Bevor er jetzt in großem Stil bei Adidas andockte, entwarf er bereits für Louis Vuitton und A.P.C. Und vor allem zusammen mit der Adidas-Nemesis Nike hatte der Kreative zuvor über einige Jahre eine wild bewegte Zusammenarbeit.

Aus ihr entsprangen die Vorgänger des aktuellen Hype-Sneakers: Seine ersten Yeezys hießen noch mit Vornamen „Air“ und kamen 2009 bei Nike auf den Markt. Doch weil Nike ihm angeblich keine Gewinnbeteiligung gönnte, wechselte West das Lager. Adidas, das in den USA vor allem 2014 schwer zu kämpfen hatte, nahm ihn mit offenen Armen auf.

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