
FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius wird vorerst kein neues Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum vorlegen. Fresenius habe der fränkischen Klinikkette mitgeteilt, dass der Konzern „den Aktionären der Rhön-Klinikum AG bis auf Weiteres kein neues Übernahmeangebot unterbreiten wird“, teilte Rhön am Montag mit. Der Rhön-Vorstand bedauere diese Entscheidung. „Der Vorstand teilt weiterhin die strategische Logik des Zusammenschlusses zweier großer privater Klinikbetreiber in Deutschland.“
Da viele Investoren auf ein zweites Angebot gesetzt hatten, verloren Rhön-Aktien vorbörslich 14,5 Prozent. Fresenius war Ende Juni im ersten Versuch gescheitert, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken, weil der Konzern nicht wie angestrebt gut 90 Prozent der Rhön-Aktie einsammelte. Im Anschluss lotete der Dax-Konzern aus, ob er einen zweiten Anlauf bei Rhön macht und sich dabei zunächst mit einer einfachen Mehrheit zufrieden gibt.
Unterdessen bringt sich der Krankenhauskonzern Asklepios erneut gegen eine mögliche Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum durch den Konkurrenten Fresenius in Stellung. Asklepios will seinen Anteil am Rhön-Klinikum nun auf mehr als zehn Prozent ausbauen - und könnte damit künftig wichtige Entscheidungen bei Rhön blockieren. Der Schritt ist als Kampfansage an den Gesundheitskonzern Fresenius zu werten. Asklepios-Gründer Bernard gr. Broermann hatte bereits das erste 3,1 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot des Bad Homburger Dax-Konzerns torpediert, indem er Ende Juni kurz vor Ablauf der Frist mehr als fünf Prozent der Aktien von Rhön-Klinikum erwarb. Fresenius wollte seine Krankenhaustochter Helios mit Rhön zum mit Abstand größten privaten deutschen Klinikkonzern fusionieren. Fresenius erreichte aber nicht die selbst gesteckte Schwelle von mehr als 90 Prozent der Aktien.
Dieser Anteil ist laut Rhön-Satzung für eine qualifizierte Mehrheit nötig, mit der Entscheidungen wie Satzungsänderungen oder Kapitalmaßnahmen durchgesetzt werden können. Ein Sprecher des Bundeskartellamts bestätigte, dass Asklepios den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung angemeldet habe. Das müssen Firmen tun, wenn sie mit ihrem Anteil erheblichen Einfluss auf eine Firma nehmen können. Da in der Rhön-Satzung für viele Entscheidungen eine Mehrheit von mehr als 90 Prozent vorgesehen ist, hätte Asklepios mit zehn Prozent ein Druckmittel in der Hand. Neben Broermann hält auch die Familienholding des Medizintechnikkonzerns B.Braun fünf Prozent an Rhön.
























