Klage in den USA: Solarworld soll 793 Millionen Dollar zahlen

Klage in den USA: Solarworld soll 793 Millionen Dollar zahlen

, aktualisiert 26. Juli 2016, 11:00 Uhr
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Die geforderte Schadenersatzsumme übersteigt die liquiden Mittel von Solarworld.

von Franz HubikQuelle:Handelsblatt Online

Und noch ein paar Millionen mehr: Im Prozess gegen den Bonner Konzern Solarworld fordert Siliziumhersteller Hemlock jetzt 793 Millionen Dollar Schadensersatz. Das bevorstehende Urteil bringt Solarworld in Existenznot.

Für Solarworld wird es ernst. In dem Rechtsstreit, der den Fortbestand von Deutschlands größtem Photovoltaikkonzern infrage stellt, hat nun der Siliziumhersteller Hemlock Semiconductor seine Ansprüche vor Gericht aufgelistet. In einem Urteilsvorschlag, der dem Handelsblatt vorliegt, fordert Hemlock insgesamt 793 Millionen Dollar Schadensersatz von Solarworld. Der Betrag kann durch fortlaufende Zinsen in der Höhe von zwölf Prozent pro Jahr sogar noch weiter steigen. Hemlock fordert wegen angeblich nicht eingehaltener Lieferverträge Schadensersatz. Anfangs betrug die Summe noch 770 Millionen Dollar.

Vor gut zwei Wochen hatte das zuständige Bezirksgericht in Michigan einem Antrag von Hemlock auf ein verkürztes Verfahren stattgegeben. Nachdem Hemlock nun all seine Forderungen aufgelistet hat, kann der Richter jederzeit ein Urteil fällen. Im Falle einer Verurteilung drohen Solarworld negative Auswirkungen „bis hin zur Bestandsgefährdung“, wie es im Geschäftsbericht des Konzerns heißt. Die geforderte Schadensersatzsumme von 793 Million Dollar übersteigt die liquiden Mittel von Solarworld um gut das Vierfache. Die Bonner haben keinerlei Rückstellungen für eine Prozessniederlage gebildet.

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Solarworld kündigte an, gegen ein etwaiges erstinstanzliches Urteil Rechtsmittel in den USA einzulegen. Die Juristen des Bonner Konzerns sind überzeugt, dass die Lieferverträge mit Hemlock nichtig sind, da sie gegen europäisches Kartellrecht verstoßen würden. Solarworld will durch alle Instanzen gehen und stellt sich auf ein langes Rechtsverfahren ein.

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Im Kern geht es in dem Rechtsstreit zwischen Solarworld und dem US-Konzern Hemlock um angeblich nicht eingehalte Lieferverträge für Silizium. Der Rohstoff ist die Basis für die Herstellung von Photovoltaikzellen. Solarworld hat zwischen 2005 und 2008 insgesamt vier Vereinbarungen mit teils zehnjähriger Laufzeit mit Hemlock getroffen. Die Bonner haben zugesagt bis Ende 2019 mehr als 24.000 Tonnen Silizium von Hemlock zu beziehen. Doch im Frühjahr 2012 stellte Solarworld alle Überweisungen an Hemlock ein. Daraufhin klagten die Amerikaner.

Quelle:  Handelsblatt Online
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