Klagen gegen Spirale: Bayer hat Ärger wegen Verhütungsmittel

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Klagen gegen Spirale: Bayer hat Ärger wegen Verhütungsmittel

von Jürgen Salz

Tausende Klagen und ein milliardenschwerer Vergleich: Bayer hat in den USA weiter juristischen Ärger wegen seiner Verhütungsmittel. Auch der starke Euro macht dem Chemiekonzern zu schaffen.

2120 Frauen (Stand: 9. Juli 2014) haben in den USA Klagen gegen Bayer wegen der Hormonspirale Mirena eingereicht. Ihr Vorwurf: Die Spirale, die zur langfristigen Verhütung eingesetzt wird, führe etwa zu Beschädigungen der Gebärmutter. „Mit weiteren Klagen ist zu rechnen“, schreibt der Konzern in seinem Aktionärsbrief zum zweiten Quartal.

Dagegen ist die Zahl der Klagen in den USA wegen der Verhütungspille Yaz deutlich zurückgegangen. Während vor Jahren noch über 10.000 Klagen anhängig waren, sind es derzeit noch etwa 5000. Der Grund: Mit rund 9000 Frauen hat sich Bayer mittlerweile verglichen und dafür, ohne Anerkennung einer Haftung, 1,8 Milliarden US-Dollar gezahlt. Die Vergleichssumme liegt damit sogar höher als beim Cholesterinsenker Lipobay, den Bayer vor gut zehn Jahren wegen gefährlicher Nebenwirkungen vom Markt nahm. Die Yaz-Klägerinnen machten geltend, dass von der Verhütungspille eine erhöhte Thrombosegefahr ausgehe.

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Schlaganfallmittel mit Umsatzsprung

Deutlich erfreulicher lief für Bayer das Medikamenten-Geschäft jenseits der Verhütungsmittel: Mit den neuen Arzneimitteln Xarelto (Gerinnungshemmer), Eylea (Auge), Stivarga und Xofigo (Krebs) sowie Adempas (Lungenhochdruck) erzielte Bayer im zweiten Quartal einen Umsatz von rund 700 Millionen Euro – im Vorjahresquartal waren es erst 339 Millionen Euro gewesen. Allein Xarelto, das Schlaganfälle verhindern soll und Bayers größte Milliardenhoffnung ist, erzielte einen Umsatzsprung von fast 80 Prozent.

Doch trotz wachsender Nachfrage – insbesondere nach Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln von Bayer – kam das Geschäft des Konzerns im zweiten Quartal nicht so richtig vom Fleck. Umsatz und operativer Gewinn legten lediglich mäßig – um etwa ein Prozent – zu. Im Kunststoffgeschäft ging der Bayer-Umsatz im zweiten Quartal leicht zurück.

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Besonders zu schaffen macht Unternehmenschef Marijn Dekkers der starke Euro. Bislang hatte der Pharma- und Chemiekonzern mit entsprechenden Währungsbelastungen in Höhe von 450 Millionen Euro gerechnet. Inzwischen kalkuliert Bayer mit einem negativen Euro-Effekt von 550 Millionen. Auch Wettbewerber wie BASF und Linde hatten kürzlich klargemacht, dass ihnen der starke Euro zusetzt. Wegen der zunehmenden Wechselkursbelastungen stufte Dekkers das Umsatzziel für 2014 leicht herunter. Statt eines Umsatzanstiegs auf 41 bis 42 Milliarden Euro (2013: 40,16 Milliarden Euro) liegt der Zielwert nun bei 41 Milliarden Euro.

An der Börse kam Bayer noch recht gut weg: Die Aktie legte am Vormittag um etwa zwei Prozent zu.

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