Know-how-Diebstahl: Mitarbeiter sind Risiko für Industriespionage

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Werden sensible Daten aus einem Unternehmen entwendet oder weitergegeben, sind oft die eigenen Mitarbeiter beteiligt

von Claudia Tödtmann

In fast jedem zweiten Fall von Industriespionage sitzt der Feind im eigenen Unternehmen: 48 Prozent des Know-how-Diebstahls verursachen eigene Mitarbeiter. Und nur in jedem fünften Fall von Wirtschaftsspionage informieren die Unternehmen Polizei oder Verfassungsschutz

In fast jedem zweiten Fall von Industriespionage und Know-How-Diebstahl sitzt der Feind im eigenen Unternehmen: 48 Prozent der taten verursachen eigene Mitarbeiter. In weiteren 23 Prozent der Fälle wurden Mitarbeiter geschickt ausgehorcht oder über die zwischenmenschliche Ebene zu der Tat verleitet. Insgesamt beträgt die Höhe der Schäden durch Industriespionage in der deutschen Wirtschaft mindestens bei 4,2 Milliarden Euro – und hat sich damit verdoppelt in den vergangenen fünf Jahren, belegt eine repräsentative Umfrage unter 7000 Unternehmen plus Tiefeninterviews durch die Sicherheitsberatung Corporate Trust aus München, die der „WirtschaftsWoche“ exklusiv vorliegt.
Mindestens jedes zweite Unternehmen (54,6 Prozent) hatte in den vergangenen drei Jahren entweder einen Spionagefall im eigenen Haus (21,4 Prozent) oder zumindest einen konkreten Verdacht (33,2 Prozent). 78 Prozent der Unternehmen befürchten, dass die Bedrohung durch Industriespionagedurch Cyberwar weiter ansteigt und 35 Prozent fürchten, dass die eigenen Sicherheitsvorkehrungen gegen Hackerangriffe, Abhöraktionen und der Diebstahl von IT- und Telekommunikationsgeräten nicht ausreicht. Weil die Unternehmen über diese Vorkommnisse nicht reden wollen – aus Sorge um das Image ihrer Firma -, schalten sie oft auch nicht die Polizei oder die Staatsanwaltschaft ein, so dass Experten von hohen Dunkelziffern ausgehen. Die Studie weiter: Konzerne mit ihren eigenen Sicherheitsabteilungen und dem üblichen Vier-Augen-Prinzip sind besser gefeit gegen Industriespionage als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: die Hidden Champions und der innovative Mittelstand.

Wer sind die Geschädigten?

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Mittelständische Unternehmen sind denn auch mit 23,5 Prozent diejenigen, die am häufigsten geschädigt werden. Konzerne folgen mit 18,8 Prozent und Kleinunternehmen mit 15,6 Prozent. Konzerne sind deshalb ein klein wenig besser geschützt vor Wirtschaftsspionage, weil dort vielfach das Vier-Augen-Prinzip herrscht und die gegenseitige Kontrolle höher ist. Zudem haben die meisten inzwischen eigene Sicherheitsabteilungen, die sich um das Thema kümmern. Wie verschwiegen die Firmen bei dem Thema sind, zeigt dieses Ergebnis: Nur in jedem fünften Fall informierten die Unternehmen die Polizei oder den Verfassungsschutz. Doch 57,6 Prozent schalteten externe Sicherheitsprofis wie Computer- oder Abhörspezialisten sowie forensische Ermittler aus Sicherheitsberatungen oder auch von WP-Gesellschaften etwa wie Ernst & Young ein.

Die größte Herausforderung sieht auch Alexander Eisvogel, Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, in den „elektronischen Angriffen auf Rechner und Computernetzwerke mit ungewolltem Informationsabfluss und Fremdsteuerung oder Sabotage“. Und dass "eine beträchtliche Bedrohung von den Mitarbeitern der Unternehmen selbst ausgehe. Weil jene mit ihren legalen Zugangsmöglichkeiten und Insiderwissen über die Schwachstellen in der Lage sind, den Unternehmen mehr Schaden zuzufügen als externe Täter." Zwar wird auch von außen die IT angezapft, schildert Corporate-Trust-Chef Christian Schaaf. Die chinesischen Praktikanten, die früher in Unternehmen eingeschleust wurden, seien deshalb heute auch gar nicht mehr nötig.

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