Konjunkturflaute: Siemens kassiert die Gewinnprognose

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Konjunkturflaute: Siemens kassiert die Gewinnprognose

Das milliardenschwere Sparprogramm „Siemens 2014“ verfehlt wohl die geplanten Gewinnziele. Weil die Geschäfte schlechter laufen, muss der Konzern zum zweiten Mal die Jahresprognose nach unten korrigieren.

Der Elektrokonzern Siemens bekommt seine Probleme nicht in den Griff und muss sein Gewinnziel auch für das kommende Jahr aufgeben. Wegen „geringerer Markterwartungen“ sei die für 2014 angepeilte Marge im operativen Geschäft von mindestens zwölf Prozent voraussichtlich nicht erreichbar, teilte das Unternehmen mit. Siemens leidet unter der Wachstumsschwäche in Schwellenländern wie China. Es ist bereits die zweite Gewinnwarnung in nicht einmal drei Monaten. Erst Anfang Mai musste Konzernchef Peter Löscher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September endet, kassieren.

Die Marge, die den Anteil des Ergebnisses am Umsatz bezeichnet, war eines der Herzstücke des Sparprogramms „Siemens 2014“, mit dem der Konzern auf mehr Profitabilität und Effizienz getrimmt werden soll. So will Siemens bis zum kommenden Jahr mehr als sechs Milliarden Euro einsparen. Das wird auch tausende Jobs kosten - wie viele genau, will Siemens erst zum Geschäftsjahresende beziffern. Außerdem stellte der Konzern Geschäftsfelder wie die Gepäckabfertigung zum Verkauf.

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Mit den Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios sowie zu Kostensenkungen sei man „weitestgehend“ auf Kurs, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu Details auf Nachfrage nicht äußern. Das Thema wird aber auch im Fokus der Quartalsbilanz stehen, die Siemens am kommenden Donnerstag (1.8.) vorlegt. In Medienberichten war bereits über durchwachsene Zahlen spekuliert worden.
Der Aktienkurs des Dax-Schwergewichts sackte nach dem neuerlichen Paukenschlag zeitweise um fast sieben Prozent ab. Das Unternehmen kämpft seit Monaten mit der Konjunkturflaute und einer ganzen Serie von Pannen, darunter hohe Belastungen durch Verzögerungen bei der Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn und die verspätete Anbindung von Nordsee-Windparks.

Nun hat der Konzern auch noch Probleme mit Windkraftanlagen auf dem Festland: Nach einem Unfall im Mai in einem Windpark in der kalifornischen Wüste, bei dem sich ein Rotorblatt löste und zu Boden stürzte, musste Siemens nun alle baugleichen Anlagen überprüfen. Bei einer geringen Anzahl der Rotorblätter seien Mängel festgestellt worden. Diese würden nun ausgetauscht, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die zusätzlichen Kosten für Siemens waren in einem Bericht von „Spiegel Online“ auf rund 100 Millionen Euro geschätzt worden. Dies wollte der Sprecher nicht kommentieren. In Industriekreisen war jedoch zu hören, dass die Zahl etwas zu hoch gegriffen sein dürfte. Zum Vergleich: Die Probleme mit Windlagen auf See (Offshore) hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren mit 682 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Auch für das laufende Jahr musste Siemens die Messlatte tiefer hängen: Angesichts der Konjunkturflaute und der hausgemachten Projekt-Pannen geht der Konzern statt der ursprünglich angepeilten 4,5 bis 5 Milliarden Euro Gewinn im fortgeführten Geschäft nur noch davon aus, sich dem unteren Ende der Spanne anzunähern. Beim Umsatz stellt sich der Dax-Konzern auf einen moderaten Rückgang ein, nachdem sich die Erlöse ursprünglich den 78,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr annähern sollten.

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