Konzern im Umbau: Siemens überrascht mit stabilem Quartalsgewinn

Konzern im Umbau: Siemens überrascht mit stabilem Quartalsgewinn

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Joe Kaeser bestätigte die Siemens-Prognose für 2015

Siemens hat im dritten Quartal die Analystenprognosen deutlich übertroffen und mit einem stabilen Gewinn überrascht. Auch für das Gesamtjahr gibt sich Siemens-Chef Joe Kaeser optimistisch.

Die Krise auf dem Markt für Kraftwerkstechnik kann Siemens bislang wenig anhaben. Anders als bei den europäischen Konkurrenten sackten Gewinn, Auftragseingang und Umsatz bei den Münchnern im abgelaufenen Quartal nur geringfügig ab. Der Überschuss schrumpfte im Wesentlichen nur wegen der Lasten für den laufenden Stellenabbbau.

"Insgesamt zeigten unsere Geschäfte trotz eines schwächeren Marktumfelds eine solide operative Profitabilität. Wir erwarten, dass wir unser Momentum mit einem starken Schlussquartal des Geschäftsjahres beibehalten werden", erklärte Vorstandschef Joe Kaeser.

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Programm "Siemens 2020" in Schlagworten

  • Der "Elektrifizierungs-Konzern"

    Siemens will sich entlang der Wertschöpfungsketten von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen. Chef Kaeser hat hierfür mehrere Wachstumsfelder mit Potenzial definiert, so etwa die Märkte für kleine Gasturbinen sowie Offshore-Windanlagen, intelligente Stromnetze, Produkte und Dienste rund um das Thema Industrie 4.0 aber auch der Markt für die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas.

  • Schlanker und wieder näher am Kunden

    Das Sektorenkonzept wird zum Oktober komplett abgeschafft. Bisher hatten die Münchner ihr Geschäft in die Sektoren Healthcare, Energy, Industry und Infrastructure & Cities gegliedert. Künftig soll es, wie schon unter dem früheren CEO Heinrich v. Pierer, nur noch Geschäftseinheiten geben. Statt den bisher 16 Divisionen soll es nur noch 9 geben.

  • Healthcare-Geschäft wird eigenständig

    Das Healthcare-Geschäft wird in Zukunft eigenständig, also außerhalb der neun Divisionen geführt. Dies bedeutet, dass regionale Organisationsstrukturen
    den Anforderungen des Gesundheitsmarktes angepasst werden können und nicht der Matrix der Konzernorganisation entsprechen müssen.

  • Mitarbeiter stärker beteiligen

    Das Unternehmen will seine Aktienprogramme für Mitarbeiter unterhalb der Senior-Managementebene erweitern und die Anzahl der Mitarbeiter-Aktionäre um mindestens 50 Prozent auf deutlich über 200.000 steigern. Hierzu stellt Siemens jährlich erfolgsabhängig bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung.

  • Sparen

    Mit der Bündelung der Divisionen und der Auflösung der Sektoren sollen Bürokratie abgebaut, Kosten gesenkt und Entscheidungen innerhalb des Unternehmens beschleunigt werden. Zudem sollen Querschnittsfunktionen wie das Personalwesen und die Kommunikation gestrafft und zentral geführt werden. Insgesamt will Kaeser so bis 2016 eine Milliarde Euro einsparen.

Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft nahm binnen Jahresfrist um sieben Prozent auf 1,25 Milliarden Euro ab, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt Siemens deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Der Umsatz gab währungsbereinigt um drei Prozent auf 18,84 Milliarden Euro nach, der Auftragseingang fiel um fünf Prozent auf 19,86 Milliarden Euro.

Mehreinnahmen in der Netz- und Medizintechnik

Während der Umsatz mit Kraftwerkstechnik um 15 Prozent in die Knie ging, überbrückte Siemens die Investitionsscheu der Kundschaft im Energiemarkt als Folge des niedrigen Ölpreises mit Mehreinnahmen in der Netz- und Medizintechnik. Der laufende Stellenabbau trieb erwartungsgemäß die Kosten in die Höhe. Im abgelaufenen dritten Quartal - das Geschäftsjahr des Konzerns endet im September - verbuchte Siemens 274 Millionen Euro dafür. Insgesamt will sich Konzernchef Joe Kaeser den Abbau von gut 13.000 Arbeitsplätzen etwa eine Milliarde Euro kosten lassen.

Die Siemens-Sparten im Vergleich

  • Energy

    Ergebnis
    2013: 1955
    2014: 1569
    Tendenz: -

    Ergebnismarge
    2013: 7,3
    2014: 6,4
    Tendenz: -

    Umsatz*
    2013: 26,6

    2014: 24,6
    Tendenz: -

    *Werte gerundet
    Geschäftsjahresende ist der 30.September
    Quelle: Geschäftsbericht

  • Healthcare

    Ergebnis
    2013: 2033
    2014: 2027
    Tendenz: -

    Ergebnismarge
    2013: 16,1
    2014: 16,3
    Tendenz: +

    Umsatz*
    2013: 12,6

    2014: 12,4
    Tendenz: -

    *Werte gerundet
    Geschäftsjahresende ist der 30.September
    Quelle: Geschäftsbericht

  • Industry

    Ergebnis
    2013: 1563
    2014: 2252
    Tendenz: +

    Ergebnismarge
    2013: 9,2
    2014: 13,2
    Tendenz: +

    Umsatz*
    2013: 16,9

    2014: 17,1
    Tendenz: +

    *Werte gerundet
    Geschäftsjahresende ist der 30.September
    Quelle: Geschäftsbericht

  • Infrastructure & Cities

    Ergebnis
    2013: 291
    2014: 1487
    Tendenz: +

    Ergebnismarge
    2013: 1,6
    2014: 7,9
    Tendenz: +

    Umsatz*
    2013: 17,9

    2014: 18,9
    Tendenz: +

    *Werte gerundet
    Geschäftsjahresende ist der 30.September
    Quelle: Geschäftsbericht

Für das gesamte Geschäftsjahr 2014/15 bekräftigte Kaeser seine Prognose, wonach der Gewinn je Aktie um mindestens 15 Prozent zulegen soll. Im industriellen Geschäft prognostiziert Siemens eine Marge zwischen zehn und elf Prozent.

Im lahmenden Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe tauscht Siemens unterdessen den Chef aus. Der Manager Jürgen Brandes wechselt aus der Zugtechniksparte auf den Posten, der bisherige Amtsinhaber Peter Herweck verlässt den Konzern. Siemens-Chef Kaeser hält große Stücke auf die unter dem Namen Prozessindustrie zusammengefassten Geschäfte mit der Chemie- und Pharmaindustrie, zuletzt hatte die Einheit allerdings einen Auftragseinbruch um ein Fünftel verbucht.

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