Konzernchef Joe Kaeser: Siemens erwartet wirtschaftliche Eintrübung im Automobilsektor

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Konzernchef Joe Kaeser: Siemens erwartet wirtschaftliche Eintrübung im Automobilsektor

, aktualisiert 16. August 2015, 10:18 Uhr
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Joe Kaeser.

Siemens-Chef Joe Kaeser rechnet damit, dass die Autoindustrie in den kommenden beiden Jahren an Schwung verliert. Umso mehr müsse sich die deutsche Wirtschaft auf "Innovation und Produktivität" konzentrieren.

Siemens-Chef Joe Kaeser rechnet damit, dass die Autoindustrie in den kommenden beiden Jahren an Schwung verliert. Der "Passauer Neuen Presse" (Samstagausgabe) sagte Kaeser: "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir 2016 oder 2017 eine Eintrübung im Automobilsektor sehen, bedingt durch die abnehmende Exportdynamik". Umso mehr, so der Konzernchef, müsse sich die deutsche Wirtschaft auf "Innovation und Produktivität" konzentrieren - und auch die Chancen der Digitalisierung.

Die neun Divisionen von Siemens

  • Division Power and Gas

    Produkte und Anwendungen: Gasturbinen, Dampfturbinen, Energiegewinnung aus Schiefergas

    Umsatz 2014/2015: 13,2 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,4 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 10,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Wind Power and Renewables

    Produkte und Anwendungen: Windkraftanlagen

    Umsatz 2014/2015: 5,7 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,16 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 2,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 5-8 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Energy Management

    Produkte und Anwendungen: Stromübertragung, Kraftwerkssteuerung, Transformatoren

    Umsatz 2014/2015: 11,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,57 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 4,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Building Technologies

    Produkte und Anwendungen: Gebäudesicherheit, Brandschutz, Gebäudeautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 6,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,553 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 9,2 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-11 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Digital Factory

    Produkte und Anwendungen: Software zur Steuerung von Fertigungsprozessen, Industrieroboter

    Umsatz 2014/2015: 10,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,7 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 17,5 Prozent

    Angestrebte Marge: 14-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Process Industries and Drive

    Produkte und Anwendungen: Industrieautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 9,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,536 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 5,4 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-12 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Mobility

    Produkte und Anwendungen: Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Straßenbahnen, Zugleitsysteme

    Umsatz 2014/2015: 7,5 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,588 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 7,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 6-9 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Financial Services

    Produkte und Anwendungen: Finanzdienstleistungen

    Angestrebte Marge: 15-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Ralf Thomas

  • Eigenständige Division Healthcare

    Produkte und Anwendungen: Ultraschall, Computertomografen, Magnetresonanztomografen, Labordiagnostik

    Umsatz 2014/2015: 12,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 2,2 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 16,9 Prozent

    Angestrebte Marge: 15-19 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Angesichts der Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan mahnt Kaeser zur "Besonnenheit" und dämpft die Ängste vor einem Währungskrieg. "Man sollte vor allem nicht überreagieren - auch nicht begrifflich", sagte Kaeser. Die jüngsten Abwertungen müsse man "ins Verhältnis setzen mit dem jahrelangen Trend, der genau in die Gegenrichtung verlief. Der Yuan ist über Jahre hinweg gegenüber allen wichtigen Währungen gestiegen."

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Die aktuellen Turbulenzen zeigten vor allem eines: "Internationale Unternehmen sind gut beraten, ihre Geschäfte lokal aufzustellen, also ihre Produkte dort zu entwickeln und zu produzieren, wo der Markt ist - dann ist die Währungsentwicklung weniger ein Problem." Währungsschwankungen habe es schon immer gegeben.

Siemens-Chef Joe Kaeser "Ab 2016 wachsen wir"

Siemens-Chef Joe Kaeser fürchtet den Abstieg Europas und richtet den Blick darum jetzt vor allem nach Amerika. Dort will er mit seinem Konzern investieren.

Siemens-Chef Joe Kaeser Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche

Seinen Konzern selbst sieht Kaeser in China weiter gut aufgestellt: "Siemens ist seit mehr als 140 Jahren in China präsent. Da geht es vor allem um die langfristige Perspektive. Wir beschäftigen etwa 40.000 Mitarbeiter im Land, haben eigene Fertigungsstätten, zum Beispiel unsere digitale Fabrik in Chengdu und unsere Fabrik für Computertomographen in Shanghai. Aus diesen Fabriken exportieren wir in die ganze Welt. Wenn die Landeswährung sich abschwächt, profitieren davon also auch die Exporte aus China und damit die Wirtschaft des Landes."

Die Abwertung des Yuan ist nach Kaesers Ansicht aber - ebenso wie ein neu aufgelegtes großes Infrastrukturprogramm in China - ein Indiz dafür, dass der Reformkurs des Landes stockt.

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