Konzernumbau: EADS könnte Waffenschmiede Flugzeuge bauen lassen

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Konzernumbau: EADS könnte Waffenschmiede Flugzeuge bauen lassen

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Entrüstet: Mitarbeiter der EADS-Waffensparte Cassidian demonstrieren gegen Jobabbau.

von Rüdiger Kiani-Kreß

EADS-Vorstandschef Tom Enders könnte sich den Konzernumbau erleichtern, indem er in seinen Waffenfabriken Passagierjets baut.

Bis vor zwei Wochen war das Jahr 2013 eigentlich viel zu ruhig für Tom Enders. Denn privat oder beruflich steht der Chef des Luftfahrtriesen EADS für Action: von den Gefechten mit Politikern über die Aktionärsstruktur des Konzerns bis zur geplatzten Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Ende 2012.

Den fehlenden Adrenalinstoß kann sich der Ex-Major jetzt holen. Der 54-Jährige will am 9. Dezember den Umbau der Rüstungssparte Cassidian vorstellen, die künftig unter Airbus Defence & Space firmieren soll, und gleichzeitig den Abbau mehrerer Tausend Stellen offiziell bekannt geben. „Ohne harte Maßnahmen wird es nicht gehen“, stellte er bereits klar. Damit erklärte Enders zugleich den Beschäftigten den Krieg. Als „Maßlosigkeit“ geißelte EADS-Deutschland-Betriebsratschef Thomas Pretzl die Pläne und kündigte an: „Wir sagen Nein zu dieser Gier!“

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RüstungsindustrieBei EADS schwächelt die Rüstungssparte

Aus Sicht führender Konzerninsider könnte Enders die Situation relativ einfach entschärfen: indem er die betroffenen Waffenschmieden nicht dichtmacht, sondern in ihnen teilweise Komponenten für die Zivilflugzeuge des EADS-Konzerns baut. „Das ist ein gangbarer Weg, wenn auch nicht ganz einfach“, urteilt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt.

Die wichtigsten Standorte des EADS-Rüstungs- und Raumfahrtgeschäfts

Die wichtigsten Standorte des EADS-Rüstungs- und Raumfahrtgeschäfts. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Die Lösung hätte doppelten Charme. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte könnte sich schmerzlos von Personal trennen, das sie immer weniger beschäftigen kann. Vor allem Deutschland und Frankreich ordern fast keine neuen Kampfjets, Militärhubschrauber und Raketen mehr. Berlin und Paris stornieren sogar bestehende Bestellungen. Zudem trommeln die beiden Regierungen bei kaufkräftigen Abnehmern wie Korea oder den Vereinigten Arabischen Emiraten viel weniger für EADS-Schießzeug als die USA oder Großbritannien für ihre Waffenschmieden.

Gleichzeitig kann Enders die Spezialisten aus der Eurofighter- oder Rüstungselektronik-Produktion gut bei Airbus brauchen. Wegen der boomenden Nachfrage nach Passagierjets muss er die Produktion hochfahren, um etwa vom Mittelstrecken-Airbus A320 monatlich 44 statt bisher 42 Maschinen liefern zu können. Dass die Rüstungssparte dazu beitragen kann, zeigen die Werke im bayrischen Augsburg oder im norddeutschen Varel, wo sowohl zivile wie militärische Produkte entstehen.

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