Korruptionsverdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere EADS-Manager

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exklusivKorruptionsverdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere EADS-Manager

von Matthias Kamp und Rüdiger Kiani-Kreß

Die Münchner Staatsanwaltschaft schaltet sich in die Schmiergeldaffäre beim Luftfahrtkonzern ein.

Die Korruptionsaffäre beim Luft- und Raumfahrtriesen EADS zieht Kreise. Neben der Staatsanwaltschaft Wien ermittelt nun auch die Münchner Staatsanwaltschaft gegen Ex-EADS-Manager Klaus-Dieter Bergner. Zudem geraten zwei weitere ehemalige EADS-Manager ins Visier der Fahnder. Das berichten mit dem Vorgang vertraute Personen. EADS-Manager stehen im Verdacht, beim Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen an Österreich vor zehn Jahren über Briefkastenfirmen Schmiergeld von mehr als 100 Millionen Euro an Politiker und Beamte gezahlt zu haben.

Die Münchner gehen dem Vorwurf der „gemeinschaftlichen Bestechung in Tateinheit mit Untreue in besonders schwerem Fall“ nach. Bergner, der bei EADS einst für Zentral- und Osteuropa zuständig war, bestreitet, Schmiergeld gezahlt zu haben.

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Grafik Betriebskosten von Eurofighter und Gripen im Vergleich

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Neben Bergner untersuchen die Münchner auch die Rolle von Johann Heitzmann, Ex-Chef der EADS-Militärflugzeugsparte. Er betont, er sei 2007 bei EADS ausgeschieden und habe keine weiteren Erkenntnisse. Wegen Beihilfe zur Untreue ermitteln die Münchner zudem gegen Aloysius Rauen, ab 2003 Geschäftsführer bei EADS Deutschland, die im Konzern für das Eurofighter-Geschäft mit Österreich zuständig war, und ab 2004 Chef der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH. Rauen wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Auch Manfred Bischoff soll in Anbahnung und Abwicklung des Geschäfts eingebunden gewesen sein, heute Aufsichtsratschef bei Daimler und zwischen 2000 und 2007 einer von zwei EADS-Verwaltungsratsvorsitzenden.

Das geht aus Unterlagen und Protokollen des Untersuchungsausschusses des österreichischen Parlaments hervor. Danach soll Bischoff während seiner Zeit als Daimler-Vorstand 2001 über Manager des österreichischen Autozulieferers Magna versucht haben, Zugang zu Österreichs Regierung zu bekommen, besonders zum damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Damals hatte das Land erste Angebote über neue Kampfjets eingeholt.

Grasser sagte den Protokollen zufolge aus, Magna-Manager Siegfried Wolf habe ihn angesprochen und ausgerichtet, Bischoff wünsche, den Minister in seiner Funktion als EADS-Verwaltungsratschef zu treffen, „und will über diese Beschaffung reden“. Grasser habe ihn zwischen 2001 und 2003 mindestens drei Mal getroffen. 2001 besichtigten beide die Eurofighter-Fertigung im bayrischen Manching.

Bischoff betont, Vermarktung und Verhandlung zum Verkauf der Eurofighter nach Österreich seien „ausschließlich von dem zuständigen Geschäftsbereich Militärflugzeuge (der EADS) für die Eurofighter GmbH geführt“ worden. Operativ sei er nicht eingebunden gewesen. In seiner Funktion als EADS-Verwaltungsratschef habe er viele Politiker getroffen, unter anderem in Österreich.

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