Kosmetiksparte: Was der Wella-Kauf bei Henkel anrichten würde

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Kosmetiksparte: Was der Wella-Kauf bei Henkel anrichten würde

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Henkel gilt als Interessent für Wella.

von Mario Brück

Die Friseur-Haarpflegemarke Wella von Procter & Gamble würde gut zu Henkel passen. Die Gewinnmarge des Düsseldorfer Waschmittel- und Klebstoffkonzerns wäre nach der Übernahme aber wohl ruiniert.

Der US-Konsumgütergigant Procter & Gamble ist unerbittlich. Selbst Marken, mit denen der Pampers-, Gillette- oder Pantene-Hersteller mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr umsetzt, fallen in Ungnade, wenn sie nicht genügend Gewinn abwerfen oder eine klare Wachstumsperspektive bieten.

Zu diesen Underdogs zählt nun offenbar auch die deutsche Haarpflegemarke Wella, die die Amerikaner 2003 für 6,5 Milliarden Euro übernahmen und nun laut unbestätigten Meldungen wieder loswerden wollen. Als Interessent gilt der Düsseldorfer Wettbewerber Henkel, der seinerzeit ebenfalls Wella kaufen wollte. Beide Konzerne wollen sich dazu nicht äußern.

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Kosmetikriesen: Henkel und Procter & Gamble im Vergleich

  • Zwei Welten

    Umsatz und Gewinn der Kosmetikparten.

    Quelle: Unternehmen

  • Henkel

    Produkte: Schwarzkopf, Syoss, Dial

    Gesamtumsatz(in Mrd. Euro): 16,4

    ...davon Anteil an Kosmetika: 22%

    ...davon Umsatz mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 3,54

    ...davon Gewinn mit Kosmetika(in Mio. Euro): 554

  • Procter & Gamble

    Produkte: Head & Shoulders, Pantene, Wella

    Gesamtumsatz(in Mrd. Euro): 77,6

    ...davon Anteil an Kosmetika: 24%

    ...davon Umsatz mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 18,2

    ...davon Gewinn mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 2,6

Fest steht jedoch: Die gute alte Wella von 2003 existiert nicht mehr. Vom einstigen deutschen Vorzeigeunternehmen ist nur noch wenig übrig. Die Wachstumsaussichten sind bescheiden. Mit einer Übernahme würde sich Henkel-Chef Kasper Rorsted wohl die Gewinnmarge ruinieren.

Auf dem Papier passt Wella gut zu Henkel. Der Konzern besitzt mit Schwarzkopf zwar bereits eine Marke, die bei Friseuren weltweit reüssiert. Mit ihr haben die Düsseldorfer mittlerweile ein Netz von rund 80 Akademien um den Globus gespannt, in denen Friseure aus- und weitergebildet werden. Die größten Standorte sind in Shanghai, Tokio, Hamburg, Barcelona, London und Toronto.

Seelenloses Label

Doch das Friseurgeschäft ist vergleichsweise klein und umfasst mit einer knappen halben Milliarde Euro lediglich 15 Prozent des Umsatzes der gesamten Kosmetiksparte bei Henkel.

Damit liegen die Schwarzkopf-Salons sogar in Deutschland deutlich hinter den Kopf-an-Kopf-Konkurrenten L’Oréal und Wella. Selbst der japanische Kao-Konzern mit der Friseurmarke Goldwell rangiert noch vor den Düsseldorfern. Wella würde Henkel auf einen Schlag in Westeuropa und in einigen asiatischen Ländern an die Spitze in der Friseurbranche katapultieren.

Henkel ist auf Einkaufstour. Gerüchten zufolge könnte das Unternehmen die Wella-Produktlinie von Procter & Gamble übernehmen. Bei VW blickt alles auf das Aufsichtsratspräsidium. Der Dax bewegt sich leicht rückwärts.

Weil die Marke nicht in das Geschäft mit Massenware passte, hat P&G Wella jedoch in den vergangenen Jahren stiefmütterlich behandelt. Der Außendienst wurde gnadenlos auf Effizienz getrimmt. Das sei zulasten der Besuche bei den Kunden und deren individuellen Betreuung gegangen, berichtet Ralf Osinski, Inhaber einer auf den Friseurmarkt spezialisierten Unternehmensberatung aus der Nähe von Koblenz. Das habe über die Jahre den guten Ruf von Wella in der Branche ramponiert.

„Seelenlose, geschniegelte Vertreter mit Anzug, Umhängetäschchen und Laptop unter dem Arm kommen im Friseurmarkt eben nicht gut an“, sagt Osinski.

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