Kostbares Gut: Das Geschäft mit dem Wasser

Kostbares Gut: Das Geschäft mit dem Wasser

, aktualisiert 02. Juni 2016, 17:03 Uhr
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Das Geschäft mit dem Wasser wächst stetig.

von Axel HöpnerQuelle:Handelsblatt Online

Wasser wird immer knapper - davon profitieren Technologieanbieter wie General Electric. Der Konzern macht Milliardenumsätze rund ums Wasser. Auch GE-Rivale Siemens mischt mit.

MünchenBis zu vier Milliarden Menschen leiden weltweit laut einer aktuellen Studie der Universität Twente zumindest zeitweise unter Wasserknappheit. Knapp eine Milliarde hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auch für viele Industriebranchen gewinnt die Versorgungssicherheit an Bedeutung. Klimawandel und Bevölkerungswachstum werden die Situation in den kommenden Jahrzehnten eher noch verschärfen.

Für die Anbieter von Technologien für die Reinigung und Aufbereitung von Wasser bedeutet das langfristig gute Perspektiven. „Der Wassermarkt wächst nicht explosiv, aber stetig“, sage Heiner Markhoff, der bei General Electric das weltweite Wasseraufbereitungsgeschäft leitet, dem Handelsblatt.

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Auf der weltgrößten Umwelttechnologiemesse Ifat spielt das Thema Wasser in München dieser Tage eine zentrale Rolle. Wie in vielen anderen Branchen dominiert bei vielen Neuentwicklungen die Digitalisierung, zum Beispiel zur intelligenten Steuerung und Fernwartung von Abwassernetzen. Ein Trend dabei ist die Suche nach immer energieeffizienteren Wegen zur Wasseraufbereitung, -entsalzung und -reinigung.

Laut einer Studie von Roland Berger dürfte der – von den Beratern sehr weit gefasste – Markt für Wassertechnologien bis zum Jahr 2025 von 505 Milliarden Euro (2013) auf 982 Milliarden Euro steigen. Die Abwasserreinigung zum Beispiel dürfte um im Schnitt jährlich gut vier Prozent auf 132 Milliarden Euro zulegen. Der Markt für Wassergewinnung und -aufbereitung steigt demnach um im Schnitt sechs Prozent auf 297 Milliarden Euro.

GE sieht sich unter anderem als Weltmarktführer bei größeren sogenannten Membran-Bioreaktoren zur Abwasseraufbereitung. Die Amerikaner hatten die Sparte durch Akquisitionen aufgebaut und erzielen inzwischen Milliardenumsätze rund ums Wasser, zum Beispiel auch mit Technologie für Meerwasserentsalzungsanlagen. Etwa 80 Prozent des Geschäfts macht GE mit Industriekunden, etwa in der Öl- und Gasbranche, wo auch andere Sparten des US-Konzerns sehr aktiv sind. Gerade hier gebe es zwar derzeit wegen der niedrigen Ölpreise „etwas weniger Projekte, als wir uns das wünschen würden“, sagte Markhoff. Doch wachse die Sparte von GE insgesamt mit dem Markt.

Zusätzlich belebt wird die Branche durch immer schärfere Grenzwerte und Regularien. „Das ist ein positiver Effekt für unser Geschäft“, sagte Markhoff.


Siemens setzt auf Automatisierungstechnik

Auch der GE-Rivale Siemens ist in dem Segment aktiv – wenn auch nicht mehr so stark wie früher. Die Münchener hatten 2004 für knapp eine Milliarde Dollar den US-Marktführer US Filter gekauft. Das Wassergeschäft werde künftig eine bedeutende Rolle spielen im Industriegeschäft von Siemens, sagte der zuständige Siemens-Manager Joergen Ole Haslestad damals.

Doch es gelang den Münchnern nicht, das bis dahin US-lastige Geschäft von US Filter wie geplant mit der Siemens-Vertriebskraft weltweit auszurollen und im Gegenzug eigene Technik an die US-Filter-Kunden in den USA zu verkaufen. 2013 zog Siemens die Reißleine und verkaufte die renditeschwache Sparte, die durch weitere Zukäufe ergänzt worden war, an einen Finanzinvestor. Die Einheit bot vor allem für Stadtwerke und öffentliche Versorger komplette Wasserwerke, Pumpensysteme und Desinfektionstechnik an.

Heute setzt Siemens vor allem darauf, seine Automatisierungstechnik zum Beispiel in Meerwassersalzungs- und Wasseraufbereitungsanlagen zum Einsatz zu bringen. Einen dreistelligen Millionenbetrag dürfte Siemens nach Branchenschätzungen in der Branche mit solchen Lösungen umsetzen. „Der für uns adressierbare Markt ist etwa 25 Milliarden Euro groß“, sagte der zuständige Siemens-Manager Markus Lade dem Handelsblatt. Das Segment wachse um etwa fünf Prozent im Jahr – und Siemens wolle durchaus doppelt so stark zulegen.

Die Simatic-Technik von Siemens ist zum Beispiel in der Meerwasserentsalzungaanlage in Bahrain installiert, die täglich 400.000 Liter Frischwasser produziert. Der Konzern hat zudem zum Beispiel das Wassermanagement-System Siwa für Pipelines, Trink- und Abwassernetze entwickelt. „Global gibt es große Probleme mit Leckagen“, sagte Lade. Moderne Technologie – Siemens spricht von Wasser 4.0 – hilft zum Beispiel, Lecks zu erkennen und die Verteilung im Netz zu optimieren. Auch bei Hochwasser wie in diesen Tagen können intelligent gesteuerte Kanalnetze helfen, Katastrophen zu vermeiden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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