Kraftstoffverbrauch: Deutsche Autobauer stemmen sich gegen US-Umweltauflagen

Kraftstoffverbrauch: Deutsche Autobauer stemmen sich gegen US-Umweltauflagen

, aktualisiert 18. November 2011, 09:44 Uhr
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Volkswagen wehrt sich gegen US-Umweltvorgaben.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit einer neuen Umweltvorgabe will die US-Regierung den Spritverbrauch halbieren. Doch die deutschen Autobauer weigern sich die Übereinkunft zu unterzeichnen. Vorher müsse die US-Regierung Dieselmotoren stärker fördern.

Washington/HamburgVolkswagen und Daimler streben Änderungen an den geplanten Umweltvorgaben der US-Regierung an. Die Autobauer weigern sich bislang, eine Übereinkunft zu unterzeichnen, mit der Washington den Spritverbrauch der Autos langfristig halbieren will. „Die Regierung hat gute Arbeit gemacht. Aber es gibt Raum und Bedarf für Verbesserungen, um faire Wettbewerbsbedingungen für alle Autobauer für diese herausfordernden Ziele zu schaffen“, sagte VW-US-Chef Jonathan Browning. Auch die Nobelmarke Mercedes-Benz von Daimler ist dem Abkommen nicht beigetreten. Nach Ansicht der beiden deutschen Hersteller werden ihre US-Rivalen durch die neuen Regeln begünstigt.

BMW erklärte, man habe bereits im Sommer Unterstützung für die Regierungspläne signalisiert, wolle die einzelnen Punkte des Gesetzentwurf aber zunächst prüfen. Grund für die Weigerung von VW und Daimler ist, dass Dieselkraftstoff aus ihrer Sicht darin nicht ausreichend berücksichtigt wird. Beide haben - wie andere europäische Autobauer auch - den Verbrauch und damit den Schadstoffausstoß von Dieselautos in den vergangenen Jahren drastisch gesenkt und hoffen auf einen Durchbruch dieser Technik auch in den USA. Dort wird Diesel bisher erst von einer Minderheit getankt, die meisten Autos fahren mit Benzin.

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In den USA verkauft Volkswagen seit Kurzem eine speziell auf den Geschmack der Amerikaner abgestimmte Version des Mittelklassewagens Passat. Eigens für den US-Passat wurde in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee ein neues Werk eröffnet. Dank dieses Modells und des nicht minder erfolgreichen Jetta sprang der Absatz von VW im Oktober um 40 Prozent nach oben. Das war der größte Zuwachs unter den Herstellern in Amerika im vergangenen Monat. Der Dieselanteil von VW in den USA liegt den Angaben zufolge bei 23 Prozent.

Mit dem Absatzplus arbeitet sich die Marke aus der Nischenrolle heraus, in die sie in den vergangenen Jahren geraten war. Um - wie von Konzernchef Martin Winterkorn geplant - in einigen Jahren an die Weltmarktspitze vorzurücken, muss Europas größter Autobauer auch auf dem wichtigen US-Markt deutlich mehr Autos verkaufen.

VW zeigte sich zuversichtlich, dass das Regierungsvorgaben ergänzt werden. Aus Sicht der Wolfsburger werden die in den USA besonders beliebten Pick-ups begünstigt, wovon vor allem die großen US-Hersteller General Motors, Ford und Chrysler profitieren. „Wir wissen nicht, ob Änderungen vorgenommen werden, aber wir hoffen, dass unser Sicht berücksichtigt wird“, sagte der Justiziar des VW-Konzerns in den USA, David Geanacopoulos, zu Reuters.

Die US-Regierung will erreichen, dass die Autos in den nächsten Jahren weniger Kraftstoff verbrauchen und mehr Wagen mit Elektroantrieben auf die Straßen kommen. Ziel ist neben dem Umweltschutz auch, unabhängiger von Ölimporten zu werden. Bis zum Jahr 2025 sollen Neuwagen in den USA 54,5 Meilen mit einer Gallone (fast vier Liter) Treibstoff schaffen - das entspricht einem Verbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern. Die bisherigen Pläne sahen vor, die Reichweite von 27 mpg (8,7 Liter/100 km) bis zum Jahr 2016 auf 35,4 mp (6,6 Liter) zu erhöhen. Der US-Passat mit TDI-Motor verbraucht im Schnitt 5,5 Liter auf 100 Kilometern.

Die Autobauer haben 60 Tage Zeit, um sich zu dem Regierungsentwurf zu äußern. Bis Sommer sollen die Vorschläge in ein Gesetz einfließen. Vertreter der Obama-Administration haben allerdings bereits deutlich gemacht, dass sie am grundsätzlichen Ziel festhalten wollen, sparsame Autos und alternative Antriebe zu fördern. Dazu gehören neben Hybridwagen, die einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Elektroaggregat kombinieren, auch rein batteriegetriebene Autos. Präsident Barack Obama strebt an, dass bis zum Jahr 2015 eine Million Elektroautos auf den Straßen in den USA rollen. Damit sind die USA ehrgeiziger als die deutsche Bundesregierung, die diese Zahl bis 2020 erreichen will.

Quelle:  Handelsblatt Online
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