Hilfe aus Brüssel
Bild: dapdVenezuela
Weltweit steigt die Nachfrage nach Rüstungsgütern. In Südamerika stockte vor allem Venezuela seine Rüstungsimporte innerhalb der letzten neun Jahre stark auf. So lag das Land zwischen 2002 und 2006 noch auf Platz 46 im Vergleich der weltweit größten Importeure. Zwischen 2007 und 2011 stieg Venezuela auf Rang 15. Der wichtigste Lieferant ist Russland.
Bild: REUTERSAlgerien
Algerien gehört zu den größten Importeuren Afrikas. Die Rüstungsgüter kommen vor allem aus Russland. Das Land plant die Importe weiterhin auszubauen.
Bild: dpa/dpawebSüdafrika
Zweiter großer Abnehmer von Rüstungsgütern in Afrika ist Südafrika. Davon profitiert vor allem Deutschland. 55 Prozent der Importe nach Südafrika kamen zwischen 2007 und 2011 aus der Bundesrepublik. Südafrika fragt vor allem Fregatten und U-Boote nach.
Bild: dpa/dpawebGriechenland
Das Pleiteland muss sparen, selbst beim Militär. Wenn auch nur sporadisch. Von 2002 bis 2006 war Griechenland noch der viertgrößte Waffenimporteur weltweit. Nach einer Reduzierung der Importe im Zeitraum von 2007 bis 2011 liegt Griechenland nun auf Rang zehn. Aktuell liefern vor allem Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande Rüstungsgüter Richtung Athen.
Bild: REUTERSPlatz 6: Australien
Australiens Rüstungsimporte stiegen zwischen 2007 und 2011 um vier Prozent. Gekauft wurden vor allem Kampfflugzeuge aus den USA und Frankreich. Australien ist aktuell der sechsgrößte Waffenimporteur der Welt.
Bild: dpa/dpawebPlatz 5: Singapur
Singapur ist der fünftgrößte Waffenimporteur der Welt. Die meisten Waffen bezieht das Land mit 43 Prozent aus den USA. Auch Frankreich und Deutschland gehören zu den Hauptausrüstern.
Bild: dapdPlatz 4: China
Von 2002 bis 2006 war China noch der größte Waffenimporteur der Welt. Durch den Ausbau der eigenen Waffenproduktion hat China seine Abhängigkeit innerhalb der letzten vier Jahre stark abgebaut, dafür den eigenen Export zusätzlich ausgebaut. Besonders nach Pakistan lieferte China Schiffe und Kampfflugzeuge. Derzeit liegt China mit einem Anteil von fünf Prozent der globalen Waffenkäufe auf Rang vier im internationalen Vergleich.
Bild: dapdPlatz 3: Pakistan
Pakistan ist mit fünf Prozent am weltweiten Waffenimport beteiligt. Hauptlieferanten sind China, die USA und Schweden.
Bild: dapdPlatz 2: Südkorea
Ebenfalls in Asien liegt der zweitgrößte Rüstungsimporteur: Südkorea. Am stärksten wurde das Land durch die USA, Deutschland und Frankreich mit militärischen Gütern ausgestattet.
Bild: dapdPlatz 1: Indien
Indien hat zwischen 2007 und 2011 die meisten Waffen importiert. Der wichtigste Lieferant war Russland, mit einem Lieferanteil von 80 Prozent. Auch Großbritannien (6 Prozent) und Israel (4 Prozent) versorgten Indien mit Rüstungsgütern, welche insbesondere wegen der Feindschaft zu Pakistan und dem Kampf gegen Terrorismus angeschafft wurden.
Venezuela
Weltweit steigt die Nachfrage nach Rüstungsgütern. In Südamerika stockte vor allem Venezuela seine Rüstungsimporte innerhalb der letzten neun Jahre stark auf. So lag das Land zwischen 2002 und 2006 noch auf Platz 46 im Vergleich der weltweit größten Importeure. Zwischen 2007 und 2011 stieg Venezuela auf Rang 15. Der wichtigste Lieferant ist Russland.
Wie das geht, zeigt die Diehl-Stiftung. Seit dem Ende des Kalten Kriegs haben die Nürnberger das Waffengeschäft auf ein Viertel vom Umsatz heruntergefahren. Dagegen dominieren Zulieferungen für die Autobranche oder Technik für die Smart Grid genannte intelligente Nutzung des Stromnetzes das Geschäft. Das sorgt nicht nur für eine privatwirtschaftlichere Kultur und mehr Kostenbewusstsein. „Die technischen Fortschritte im Zivilgeschäft fördern auch die Technologie im Rüstungsgeschäft – und umgekehrt“, sagt Unternehmenschef Thomas Diehl. Den Ansatz dazu hat KMW bereits. Stephan und Felix Bode, die Söhne von Aufsichtsratschef Manfred, leiten den Autozulieferer Wegmann aus dem unterfränkischen Veitshöchheim sowie Schleifring aus dem bayrischen Fürstenfeldbruck, die Übertragungstechniken für Kräne und Panzer baut.
Zweiter Ausweg aus der Panzerfalle wäre für KMW ein Umbau des eigentlichen Rüstungsgeschäfts. Das beginnt mit Direktinvestitionen in Importländern, wie Rheinmetall dies in Südafrika vorgemacht hat. Dazu kommen Produkte, die im Gegensatz zu Panzern weniger leicht als Kriegswaffen auszumachen sind wie der Unterwasserroboter SeaOtter von Atlas Elektronik, der auch in trübsten Gewässern mehrere Hundert Meter weit sieht.
Einzelteile statt Komplettpaket
Zu guter Letzt könnte KMW vermehrt Einzelteile bauen, weil die im Zweifel leichter ins Ausland zu verkaufen sind als komplettes Kriegsgerät. So liefert Rheinmetall eine besonders präzise Glattrohrkanone, und Autoflug aus Rellingen bei Hamburg lebt von extrem sicheren Panzersitzen, und „die müssen sogar die sonst bei Importen zurückhaltenden USA kaufen, wenn sie ihre Soldaten optimal schützen wollen“, sagt Daniel Darling vom US-Marktforscher Forecast International.
Beim Export des unauffälligeren Kriegsgeräts kann KMW zudem auch auf Brüssel hoffen. Die EU-Staaten haben schon 1998 einen gemeinsamen Verhaltenskodex zum Waffenexport abgesegnet. Längst wird an verbindlichen Standards gearbeitet – nicht zuletzt deshalb, weil Rüstungskonglomerate wie Thales und die EADS grenzüberschreitend produzieren. Friedensforscher warnen, dass die neuen europäischen Regeln eher weniger restriktiv werden – zum Ärger der Friedensaktivisten vom „Zentrum Für Politische Schönheit“, dafür zur Freude von KMW.
- Seite 1: Rüstungsriese manövriert sich ins Abseits
- Seite 2: Der Grund für den Schwund
- Seite 3: Hilfe aus Brüssel


























- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen26.06.2012, 10:06 UhrAnonymer Benutzer:sons_of_liberty
Auf der einen Seite haben wir alle eine Erbschuld in unseren Pässen und es wird Pazifismus gepredigt und auf der anderen Seite gehört Deutschland zu den führenden Nationen welche Rüstungsgüter exportieren.
Irgendwie verstehe ich das Gerede von der Politikerkaste nicht...