Kreditwürdigkeit: Fitch senkt ThyssenKrupp auf Ramschniveau

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Kreditwürdigkeit: Fitch senkt ThyssenKrupp auf Ramschniveau

, aktualisiert 05. Dezember 2013, 14:16 Uhr

Zu geringe Zuflüsse aus dem Verkauf des US-Stahlwerks und das Scheitern des Verkaufs des verlustreichen Werks in Brasilien hat ThyssenKrupp ins Visier der Ratingagentur Fitch gebracht. Sie senkte ihr Rating auf BB+.

Die Agentur Fitch hat ihr Rating des kriselnden Mischkonzerns ThyssenKrupp auf Ramsch-Niveau gesenkt. Fitch schraubte die Bewertung langfristiger Verbindlichkeiten auf "BB+" von zuvor "BBB" herunter, wie die Agentur am Donnerstag mitteilte.

ThyssenKrupp droht zudem eine weitere Herabstufung: Der Ausblick sei negativ, hieß es weiter. Bei Moody's Investors Service und Standard & Poor's ist das ThyssenKrupp-Papier schon länger Schrott. Insgesamt hat die ThyssenKrupp-Aktie in diesem Jahr ein Minus von rund sechs Prozent gemacht. Seit Mitte 2011 hat das Unternehmen an der Börse im Kurs sogar rund 50 Prozent verloren, was mit der insgesamt schwächeren Stahlnachfrage in Zusammenhang gebracht wird.

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Fitch-Analysten hätten unter anderem mit mehr Zuflüssen aus dem Verkauf der Stahlwerke in Übersee gerechnet, hieß es zur Begründung. ThyssenKrupp hatte den Verkauf eines Stahlwerks in den USA angekündigt, ein zweites Stahlwerk in Brasilien fand indes keinen Käufer. Dass das verlustreiche Werk nicht veräußert worden sei, sei ein Grund für den negativen Ausblick, teilte Fitch mit. Das US-Werk wird für 1,55 Milliarden Dollar an Arcelor Mittal und die Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp gehen. Fitch hatte erwartet, dass beide Werke (USA und Brasilien) für zusammengerechnet mindestens 3 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln würden.

Eine Absenkung des Ratings kann bedeuten, dass das Unternehmen für Kredite höhere Zinsen bezahlen muss. Zudem kann es passieren, dass Fonds die Aktie aus ihrem Portfolio streichen.

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Der hoch verschuldete Technologiekonzern hatte sich erst Anfang der Woche mit einer Kapitalerhöhung etwas Luft verschafft und mit der Erhöhung des Grundkapitals um zehn Prozent einen Bruttoerlös von 882 Millionen Euro erzielt. Mit den Einnahmen sollen unter anderem die Schulden von zuletzt fünf Milliarden Euro gesenkt werden. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende September) stand unter dem Strich ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro.

Der größte Aktionär der ThyssenKrupp AG hatte im Zuge der Kapitalerhöhung seine Sperrminorität verloren. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatte sich nicht an der Aktienplatzierung beteiligt. Ihre Beteiligung sank von 25,3 Prozent auf 23 Prozent, wie von der Nachrichtenagentur Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Die Stiftung hatte den Stahlkonzern Jahrzehnte lang beherrscht und bei wichtigen Entscheidungen über ein Veto-Recht verfügt. Ihr Einfluss dürfte mit dem Verlust eines Sitzes im Aufsichtsrat schwinden, wo sie zuvor drei der 20 Mitglieder nominiert hatte.

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