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Krise: Spaniens Unternehmen suchen ihr Heil im Ausland

von Anne Grüttner

Die meisten Konzerne sind stark und global genug, um den nun erforderlichen Schuldenabbau zu bewältigen. Hauptproblem bleiben die vielen winzigen Firmen ohne Zugang zu Krediten und fremden Märkten.

Griechenland - Schwieriger Privatisierungsplan

Der griechische Staat besitzt Unternehmensbeteiligungen im geschätzten Wert von 34 Milliarden Euro. Hinzu kommt staatlicher Grundbesitz, den die Regierung in Athen auf rund 280 Milliarden Euro taxierte. Doch die Privatisierung der Besitztümer kommt nicht so richtig in Gang. Bisher konnten nur 1,8 Milliarden Euro durch Privatisierungen eingenommen werden. In diesem Jahr soll nach Aussage der Regierung nur noch die staatliche Lotterie und ein Gebäude in Athen verkauft werden. Das hier zu sehende Parlamentsgebäude in Athen steht jedoch nicht zum Verkauf.

Bild: dpa

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Die schockierende Nachricht kam nach Börsenschluss. Telefónica, seit vielen Jahren eines der dividendenstärksten Unternehmen in Spanien und sogar in Europa, wird aus den Gewinnen des laufenden Jahres nichts an seine Aktionäre ausschütten. Das liegt nicht daran, dass der Telekommunikationsriese niedrigere Gewinne macht. Die Erwartungen zur Ertragskraft in diesem Jahr seien unverändert, betonte die Konzernführung. Vielmehr muss Telefónica-Chef Cesar Alierta die Netto-Schuldenlast von 58 Milliarden Euro senken, um eine weitere Herabstufung des Ratings und damit die Verteuerung seiner Kredite zu verhindern.

Industrie Vielversprechende spanischen Aktien

Abengoa (Bau)

ISIN: ES0105200416

Umsatz 2011 (1): 7,1 Mrd. Euro

Ergebnis 2011: 257 Mio. Euro

Perspektiven: Schwerpunkt erneuerbare Energien, stark in Brasilien und USA, Finanzierung bis Ende 2014 gesichert

Ausblick: Aktie mit Aufwärtspotenzial

(1): Banken, Versicherungen: Umsatz besteht unter anderem aus Zinsen, Gebühren, Handels- und Investmentgewinnen; Quelle: Worldscope, Stand: Juli 2012

Kein Zweifel: Die europäische Schuldenkrise, in deren Epizentrum Spanien derzeit steht, ist auch bei den Unternehmen auf der Iberischen Halbinsel angekommen. Die Nachricht von der Null-Dividende aus den gleißend glänzenden Kuben des Telefónica-Hauptquartiers in Madrid schlug vergangene Woche wie eine Bombe ein in Spanien. Nachdem die Zinsen für Staatsschuldpapiere des von Rezession geplagten Landes auf eine Rekordhöhe schossen, fragen Investoren nun auch, wie viel Vertrauen sie in die spanischen Unternehmen setzen können.

So musste Konzernchef Alierta hinnehmen, dass die Ratingagentur Moody’s die Bonität von Telefónica bei langfristigen Schulden trotz stabiler Geschäfte auf Baa2 herabsetzte. Das ist zwar noch eine Note besser als die Bewertung des spanischen Staates, aber auch nur zwei Stufen über Ramsch. Schon jetzt muss Telefónica für seine Schulden am Markt etwa drei bis vier Prozentpunkte mehr für frisches Geld zahlen als etwa die Deutsche Telekom.

Grafik Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt in Spanien und Deutschland
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Beachtliche Substanz

Ebenso wenig Zweifel besteht in dieser Situation aber auch darin, dass die Crème der spanischen Unternehmen, versammelt im Börsenindex Ibex 35, mehrheitlich bisher relativ wenig unter der Krise gelitten und eine beachtliche Substanz vorzuweisen hat. Rote Zahlen schrieb 2011 nur die Baufirma Sacyr Vallehermoso, die wie der gesamte Sektor unter einem radikalen Einnahmeschwund im Zuge der Bau- und Immobilienkrise leidet. Der Rest der Ibex-Firmen konnte das größtenteils schwache Heimatgeschäft durch starkes Wachstum in seinen Auslandsmärkten, vor allem in Südamerika und Asien wettmachen.

So machten die 35 Spitzenunternehmen im vergangenen Jahr 60 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, dieses Jahr dürfte es noch mehr werden. Praktisch alle Ibex-Mitglieder haben die im Boom vor der Krise erzielten Gewinne genutzt, um kräftig außerhalb der Heimat zu investieren, vor allem im kulturell und sprachlich nahen Südamerika.

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