Kritik an der Regierung : Metallindustrie geht skeptisch ins neue Jahr

Kritik an der Regierung : Metallindustrie geht skeptisch ins neue Jahr

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Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

Die Metallindustrie zieht eine schlechte Bilanz des Jahres 2014 und startet pessimistisch ins neue Jahr. Schuld daran soll auch die nationale Wirtschaftspolitik sein.

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie geht skeptisch ins Jahr 2015. „Wir erwarten ein geringes Wachstum, das ist in manchen Bereichen aber noch mehr Hoffnung als Realität“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich sehe außer von den USA keinen richtigen Wachstumsimpuls.“

„Die aktuelle Beurteilung der weiteren Aussichten ist eher noch negativ“, sagte Dulger - auch wenn sich das Geschäftsklima nach seinem Absturz in den Monaten zuvor im November und Dezember leicht erholt habe. Außer den internationalen Krisen belasteten die Industrie zusätzliche Kosten, die die Bundesregierung durch „teure sozialpolitische Wohltaten“ verursacht habe, kritisierte der Unternehmer aus Heidelberg.

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Für 2014 könnte noch ein Produktionswachstum von 1,5 bis zwei Prozent herauskommen, „aber nur wenn das Jahresende jetzt auch wirklich den Schwung bringt“. Die Lohnstückkosten der Branche seien seit 2012 um fast zwölf Prozent gestiegen. „Das ist ein schlechtes Zeichen. Das belastet unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit enorm“, sagte der Verbandspräsident.

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Vor diesem Hintergrund habe sich der Beschäftigungsaufbau in der Metall- und Elektroindustrie „zuletzt deutlich abgeschwächt“. Wenn die Zusatzbelastungen für die Industrie zu groß würden, „kann das Arbeitsplätze kosten in 2015“, warnte Dulger. Im Oktober hatte die Branche 3,77 Millionen Beschäftigte, das waren 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die nationale Wirtschaftspolitik ist nach Worten Dulgers „eher Magerquark als Mascarpone“. „Nach einem Jahr fällt die erste Bilanz nüchtern aus“, sagte er. Die Beschlüsse der großen Koalition zu Renten und Mindestlohn hätten „einige gute Ansätze“ überdeckt - wie das geplante Gesetz zur Tarifeinheit, den ausgeglichenen Haushalt und mehr Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur.

In der Mitte Januar beginnende Tarifrunde wollen die Metall-Arbeitgeber den bisherigen Anspruch auf Altersteilzeit kippen. „Wir wollen ein freiwilliges Modell, das heißt der Arbeitgeber entscheidet: Ja oder Nein“, sagte Dulger. „Die Altersteilzeit ist ein bewährtes, wenn auch teures Instrument. Wir wollen das Instrument erhalten, aber es muss einfach gerechter werden. Es muss einen Unterschied geben zwischen einem, der nicht mehr kann und einem, der nicht mehr will."

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