K+S: Finanzvorstand rückt 2017 auf den Chefposten

K+S: Finanzvorstand rückt 2017 auf den Chefposten

, aktualisiert 24. August 2016, 18:20 Uhr
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Norbert Steiner (links), Vorstandsvorsitzender von K+S wird 2017 von Finanzvorstand Burkhard Lohr abgelöst.

Streit um Salz-Abwässer, abgewehrter Übernahmeversuch aus Übersee, Abstieg aus dem Dax: Beim Düngemittel-Konzern K+S war die Lage zuletzt eher durchwachsen. Ein neuer Chef soll frischen Wind bringen.

Der Dünge- und Salzproduzent K+S bekommt im Mai 2017 einen neuen Chef. Der derzeitige Finanzvorstand Burkhard Lohr (53) soll dann Norbert Steiner ablösen. Diese Entscheidung habe der Aufsichtsrat des Kasseler Konzerns getroffen, teilte K+S am Mittwoch mit. Steiner (61) gehe in den Ruhestand. Am Aktienmarkt wurde die Nachricht in einer ersten Reaktion leicht positiv aufgenommen. Das Unternehmen bekräftigte zudem, trotz einer schweren Panne an den Ausbauplänen für seine neue Kali-Mine in Kanada festzuhalten.

„Wir sind überzeugt, dass mit Burkhard Lohr an der Spitze der erfolgreiche Kurs und der Generationenwechsel weiter vorangetrieben wird“, hieß es bei K+S. Zuletzt hatten die Kasseler mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen gehabt.

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So waren Manager angeklagt worden, weil der Kali-Produzent Trinkwasser mit Salzabwasser verunreinigt haben soll. Im Juni stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Verantwortliche der Tochter K+S Kali GmbH wegen versuchter Gewässerverunreinigung mangels Tatverdacht aber ein. Steiner kündigte zudem an, dass sich K+S gegen Festlegungen der Bundesländer zur Verringerung der Salzkonzentration in Werra und Weser wehren wolle.

K+S Konzern leidet unter hausgemachtem Desaster

Deutschlands größter Rohstoffkonzern K+S bekommt seine Umweltprobleme derzeit nicht in den Griff. Zusätzlich leidet der Kasseler Konzern unter den niedrigen Weltmarktpreisen für Kali. Die Aktie knickte prompt ein.

K+S Quelle: dpa

Im Mai hatte das Management bei der Hauptversammlung Kritik von Anlegern einstecken müssen. Diese zeigten sich enttäuscht über den Aktienkurs seit dem Scheitern der Übernahmepläne des kanadischen Konkurrenten Potash 2015. Steiner verteidigte sich: Das Angebot der Kanadier habe „nicht den fundamentalen Wert“ von K+S reflektiert. K+S war aus dem deutschen Leitindex Dax in den MDax abgestiegen.

In Kanada will der Konzern nun selbst das Abbauprojekt „Legacy“ vorantreiben. Bis Ende 2017 soll die Mine eine Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen Kali erreichen, wie K+S am Mittwoch zur offiziellen Inbetriebnahme mitteilte. „Mit „Legacy“ werden wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken, was im Ergebnis der gesamten K+S-Gruppe zugutekommt“, sagte Steiner.

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