K+S: Potash kneift, die Große Koalition siegt

K+S: Potash kneift, die Große Koalition siegt

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von Jürgen Salz

Der kanadische Düngemittelriese Potash hat die Übernahme des Dax-Konzerns K+S abgeblasen. Dabei hätten viele Investoren gern an Potash verkauft. Überzeugte Aktionäre allein sind aber zu wenig.

Der Preis von 41 Euro je Aktie war für viele Anleger attraktiv – mancher hatte sich da schon auf ein gutes Geschäft gefreut. Doch das kommt jetzt nicht zustande: Die Kanadier sind dabei auch vor dem geballten Widerstand von Gewerkschaften, Politikern und Managern kapituliert.

Zur Abwehr von K+S hatte sich sogar eine ganz Große Koalition zusammengefunden: Vom hessischen CDU-Granden Volker Bouffier bis zum Linken-Regierungschef Bodo Ramelow in Thüringen hatten alle Ministerpräsidenten, die in ihren Bundesländern K+S-Standorte beherbergen, klargemacht, dass K+S ein deutsches Unternehmen bleiben soll. Die Gewerkschaften – mit dem mächtigen Chemie-Gewerkschafter Michael Vassiliadis an der Spitze - waren aus Sorge um die Arbeitsplätze dagegen.

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Zwar hätten Politiker und Arbeitnehmervertreter im Zweifelsfall keine rechtliche Handhabe gehabt, um eine Übernahme zu verhindern. Doch um den Zukauf erfolgreich zu machen, wäre Potash-Chef Jochen Tilk auf das Wohlwollen und die Kooperationsbereitschaft der Interessenvertreter angewiesen gewesen. Das Risiko – auch von Streiks und öffentlichen Protesten – war ihm offensichtlich zu hoch.

Aktie stürzt ab Potash zieht sich bei K+S zurück

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat den Übernahmeversuch des deutschen Konkurrenten K+S abgeblasen. Gründe seine die Marktlage und der Widerstand der K+S-Führung. Die K+S-Aktie fällt vorbörslich um 25 Prozent.

Potash zieht sich bei K+S zurück Quelle: dpa

Auch die K+S-Manager lehnten eine Übernahme von vornherein ab; es gab in den vergangenen Monaten kein einziges Gespräch zwischen den Top-Leuten von Potash und K+S. Vier Briefe hat Potash nach Kassel gesandt, um die Adressaten von den Vorteilen einer Übernahme zu überzeugen – es brachte nichts. Potash hatte keine Chance, sich ein detailliertes Bild über sein Zielobjekt zu machen. Möglicherweise wären die Kanadier ja auch noch auf einige Umweltrisiken gestoßen – die Kali-Produktion belastet Gewässer und Böden.

Bis zuletzt hatte Tilk versucht, das K+S-Management zu locken – mit, allerdings befristeten, Arbeitsplatz- und Standortgarantien, höheren Gehältern für das Management, sogar die Traineeprogramme von K+S sollten bestehen bleiben.  Doch Politiker, Gewerkschafter und Manager haben Potash offenbar nie wirklich geglaubt. Tilks Versäumnis: Er hat auch nie wirklich erklärt, wie seine Wohltaten und Zusagen zu den Notwendigkeiten des Kalimarktes passen, Kapazitäten zu kürzen. Wie sich Potash die Übernahme – und deren Folgen – vorstellte, blieb stets ein großes Mysterium.

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Hinzu kommt: Auch Potash ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ihre Aktionäre ließen den Kanadiern wenig Spielraum, das Angebot zu erhöhen. Dass der Kalimarkt schwächelt und die Aktien großer Anbieter fallen, lieferte Tilk nun den Anlass, die Übernahme abzublasen.

Fazit: Es reicht nicht, die Investoren zu überzeugen, von denen viele gern an Potash verkauft hätten. Ohne die Unterstützung aus Politik und Management sind Übernahmen oft zum Scheitern verurteilt. Was die Börse von dem Potash-Rückzug hält, machte sie heute hinreichend klar: Die K+S-Aktie verlor um mehr als zwanzig Prozent – und hat damit sogar den dauerkriselnden  Volkswagen-Konzern  als Tagesverlierer im Dax abgelöst.

Am Montagmittag wandte sich K+S-Chef Norbert Steiner mit einer Botschaft an Börse und Öffentlichkeit: Den Anteilseignern verspricht er für das laufende Jahr eine „deutliche“ Umsatz und Ertragssteigerung sowie mittelfristig „spürbares Wachstum“.

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