K+S: Rivale aus Kanada greift Dax-Konzern an

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K+S: Rivale aus Kanada greift Dax-Konzern an

, aktualisiert 25. Juni 2015, 22:46 Uhr
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Dem Dax-Konzern droht Ungemach.

Alarm im Dax-Konzern: Der Düngemittelhersteller K+S muss sich mit einem neuen Käufer auseinander setzen. Der kanadische Rivale Potash will mit einer Milliardenofferte wieder Weltmarktführer werden.

Das Börsen-Schwergewicht K+S ist ein durch und durch internationaler Konzern. Jüngst meldete er, im Hafen von Vancouver gebe es für seine Kaliprodukte neue Anlagen. Jetzt droht Ungemach aus Kanada: Der kanadische Düngemittelhersteller Potash Corp aus der Provinz Saskatchewan hat ein Übernahmeangebot vorgelegt, wie das Handelsblatt berichtet.

Der Aufsichtsrat von K+S beschäftigt sich bereits mit der milliardenschweren Transaktion. Potash will pro K+S-Aktie mehr als 40 Euro zahlen, was den Konzern inklusive Schulden mit rund zehn Milliarden Euro bewertet. Das ist gegenüber dem aktuellen Aktienkurs ein Aufschlag von mehr als 40 Prozent. K+S will das Angebot nun prüfen, hieß es.

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K+S bestätigte das Übernahmeangebot am Donnerstagabend in einer Ad-Hoc-Meldung. "K+S prüft zurzeit die zur Verfügung stehenden Optionen, der Ausgang der Prüfung ist offen", heißt es darin.

K+S Quartalszahlen Bei K+S steigt der Gewinn, die Aktie fällt

Auf der Hauptversammlung wartete K+S-Chef Norbert Steiner mit lauter guten Nachrichten auf. Trotzdem konnte er die Aktionäre nicht überzeugen.

Blick auf das Logo der K+S AG in Kassel Quelle: dpa

Offenbar ist der Anlauf des Konkurrenten aus Kanada von langer Hand vorbereitet. Potash hat laut Unternehmenskreisen deutlich gemacht, der Vorschlag sei „freundlich“ gemeint. Im Zweifelsfall werde man aber nicht vor aggressiveren Methoden zurückschrecken. Potash hatte in den vergangenen Jahren schon mehrfach versucht, Kali-Konkurrenten zu übernehmen, etwa die israelische ICL. K+S ist unter den großen Unternehmen der Branche der einzige unabhängige Konzern, den Potash noch nicht ins Visier genommen hatte.

K+S mit seinen 14.000 Mitarbeitern ist dank eines starken Salzgeschäfts und der Preiserholung bei Düngemitteln gut unterwegs. Gemessen am 2014 erzielten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) würde Potash gut das Achtfache zahlen – wenn es bei den jetzigen Konditionen bleibt.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner sprach jüngst von einem gelungenen Start ins Jahr. Er hat harte Zeiten in der Traditionsfirma durchgemacht, deren Vorläuferin 1889 in Goslar gegründet worden war. Steiner erinnert sich an einen „Schwarzen Dienstag“ des Jahres 2013: Damals war der russische Konzern Uralkali aus einem Handelskonsortium ausgestiegen und kündigte massive Preissenkungen an. Innerhalb weniger Tage schmierten die Preise ab, die Aktie von K+S verlor in ein paar Stunden um 27 Prozent, Ratingagenturen stuften das Papier auf „Ramsch“-Status ein. Steiner musste sanieren.

Jetzt sieht es so aus, als ob alle damals Beteiligten wieder aufeinander treffen: Potash als Angreifer, K+S als Kaufobjekt – und auch über die Russen gibt es Gerüchte. Genährt werden sie von regen Bewegungen beim Handel mit K+S-Aktien. So hat die Schweizer Bank Credit Suisse mittlerweile mindestens 6,51 Prozent der Stimmrechte erworben. Möglicherweise kauft sie im Auftrag russischer Investoren.

Der einstige Weltmarktführer Potash steht heute an dritter Stelle, hinter zwei osteuropäischen Rivalen. Zusammen mit K+S könnten die Kanadier nun wieder zur Nummer eins aufsteigen. Das Übernahmekarussell im Agrochemie- und Düngemittelbereich hat in den letzten Jahren bereits deutlich Fahrt aufgenommen. Mit dem Vorstoß von Potash bei K+S würde es zusätzlichen Schwung erhalten.

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