K+S: Rohstoffkonzern ist noch einmal davongekommen

K+S: Rohstoffkonzern ist noch einmal davongekommen

Bild vergrößern

Langsam erholt sich Deutschlands größter Rohstoffkonzern von seinem Trauma aus dem Jahr 2013.

von Jürgen Salz

Es geht wieder bergauf: Umsatz und Gewinn von K+S sollen wieder steigen. Langsam erholt sich der Kasseler Dax-Konzern von seinem Trauma aus dem Jahr 2013.

Den  30. Juli 2013 wird K+S-Vorstandschef Norbert Steiner wohl nie vergessen. An diesem „Schwarzen Dienstag“ kündigte der russische Bergbaukonzern Uralkali an, sein gemütliches Exportkartell mit dem weißrussischen Partner Belaruskali zu  verlassen und den Weltmarkt mit billigem Kalisalz zu fluten. Die Folge: Der Preis für Kalisalz, das vor allem zur Herstellung von Düngemitteln verwendet wird, verfiel zusehends. In Kassel, bei K+S, ehemals Kali und Salz, sackte der Aktienkurs zeitweise um fast 30 Prozent ab, die Mitgliedschaft in der Börsen-Eliteliga Dax stand auf dem Spiel und die schönen Gewinnrechnungen waren plötzlich Makulatur.  2013 brach der operative Gewinn von K+S um ein Fünftel ein.

Anzeige

Jahreszahlen K+S Düngemittelhersteller fährt „ordentliches Ergebnis“ ein

Mit einem kräftigen Ergebnisanstieg im vierten Quartal hat der Düngemittelhersteller K+S die Analystenerwartungen noch erfüllen können. Der rigide Sparkurs und eine Preiserholung zeigen Wirkung.

Der Düngemittelhersteller K+S ist auf Erholungskurs. Quelle: dpa

Auch 2014 würde kein gutes Jahr werden, soviel war nach dem „Schwarzen Dienstag“ klar. Daran gemessen, hat sich K+S dann doch gut geschlagen. Zwar fielen Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2014 weiter ab, allerdings nicht so schlimm wie ursprünglich befürchtet. Der Jahresumsatz von 3,8 Milliarden Euro lag leicht unter Vorjahr (3,95 Milliarden Euro), der operative Gewinn fiel um zwei Prozent auf 641 Millionen Euro.

Kalipreise erholen sich wieder

Bei der Bilanzvorlage nannte K+S-Chef Steiner vor allem drei Gründe für den glimpflichen Ausgang. Im zweiten Halbjahr 2014 haben sich die Kalipreise wieder erholt. Gleichzeitig  laufen die Geschäfte beim Salz, der anderen Konzernsparte neben Kali, ausgesprochen gut. Den größten Beitrag zur Erholung leistete nach den Worten von Steiner jedoch das Ende 2013 eilends aufgelegte Sparprogramm von K+S. Im Jahr 2014 hat der Rohstoffkonzern Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro eingespart – mehr als gedacht: Lager wurden aufgegeben, Produktionsschritte vereinfacht, neue, spritsparende Fahrzeuge unter Tage eingesetzt. Bis 2016 will K+S insgesamt eine halbe Milliarde einsparen. Wenn es gut geht, kommt Steiner bei seinem Sparprogramm ohne betriebsbedingte Kündigungen aus.

Für 2015 erwartet der K+S-Chef beim Umsatz nun einen „moderaten“ Anstieg; Analysten prognostizieren für den operativen Gewinn einen Anstieg um zwei Prozent. Ein großes Investitionsprojekt in Kanada kommt planmäßig voran. Die K+S-Aktie legte kurz nach der Präsentation der Zahlen um vier Prozent zu und setzte sich an die Spitze des Dax.

weitere Artikel

Ist nun also alles wieder gut bei K+S? Nicht ganz. Der Kalipreis notiert inzwischen zwar wieder bei rund 300 US-Dollar je Tonne – das ist jedoch weit entfernt von den legendären Höchstständen von fast 1000 Euro im Jahr 2008 oder den 400 Euro, die noch vor dem „Schwarzen Dienstag“ mit Kali zu erzielen waren. Vielen Anlegern dürfte wieder mal bewusst geworden sein, wie volatil die Rohstoffmärkte ausschlagen – und in Zukunft die K+S-Aktie eher mit spitzen Fingern anfassen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%