KTG Agrar: Die Zweifel an der Bonität von KTG steigen

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KTG Agrar: Die Zweifel an der Bonität von KTG steigen

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Ackern fürs Überleben: KTG-Agrar-Chef Hofreiter.

Die Lage beim kriselnden Agrarkonzern KTG Agrar spitzt sich zu. Lieferanten von Saatgut und Düngemitteln bangen um die Bezahlung ihrer Rechnungen – Anleger und Geschäftspartner sind in Alarmbereitschaft.

Seit Monaten mehren sich Zweifel am Geschäftsmodell und an der Bonität des Agrarkonzerns KTG Agrar aus Hamburg. Dass der börsennotierte Konzern mit einem Umsatz von rund 327 Millionen Euro nun seine Anleihezinsen nur verzögert bedienen kann, versetzt Anleger, aber auch Geschäftspartner in Alarmbereitschaft. Namhafte Lieferanten von Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bestätigten der WirtschaftsWoche die angespannte Lage: „Wir haben Forderungen in Höhe von rund einer Million Euro fällig gestellt“, sagt der Mitarbeiter eines agrarwirtschaftlichen Unternehmens.

Ein Saatgutlieferant aus dem Norden sorgt sich ebenfalls um die Bezahlung seiner Rechnungen. Diese seien aber mit einer Ernteabtretung besichert. „Wir werden unsere Mitarbeiter mit aufs Feld schicken, um die Einbringung der Ernte zu überwachen.“ In der Agrarbranche sei es üblich, „dass beim Kauf von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln im ersten Halbjahr Zahlungsziele bis zur Einbringung und Vermarktung der Ernte gewährt werden“, sagt ein Sprecher der KTG dazu – soll heißen: Rechnungen werden nicht sofort bezahlt.

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Der von Vorstandschef Siegfried Hofreiter gesteuerte Agrarkonzern ist eine Geldverbrennungsmaschine. Seit 2007 summiert sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf minus 240 Millionen Euro. Für Ende 2015 wies der Konzern Verbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro aus. Rund 392 Millionen Euro davon schuldet KTG Anlegern, die in zwei Anleihen investiert haben, die bis 2017 und 2019 laufen. Nach der Ankündigung, fällige Zinsen von rund 18 Millionen Euro für die 2017er-Anleihe nicht pünktlich zahlen zu können, brachen die Kurse der Papiere ein.

Spätestens 30 Tage nach Fälligkeit muss KTG die Zinsen überweisen, sonst droht die Insolvenz. Der KTG-Sprecher gab sich zuversichtlich, die Zinsen „vor dem 30. Juni“ nachzuzahlen: „KTG hat die ersten Verträge für die Zwischenfinanzierung unterschrieben.“ Für den übrigen Teil lägen Zusagen vor.

Für Gläubiger zeichnet sich so oder so die nächste Zitterpartie ab. Bis Juni 2017 muss KTG 250 Millionen Euro für die Rückzahlung der ersten Anleihe auftreiben.

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