Kuka legt kräftig zu: Roboter sind weiter auf dem Vormarsch

Kuka legt kräftig zu: Roboter sind weiter auf dem Vormarsch

, aktualisiert 02. August 2017, 11:18 Uhr
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Nach einem guten ersten Halbjahr hat der Roboterhersteller seine Jahresziele deutlich angehoben.

von Axel HöpnerQuelle:Handelsblatt Online

Kuka legt unter den neuen chinesischen Eigentümern Midea bei Umsatz und Auftragseingang kräftig zu und erhöht die Prognose. Von einem China-Effekt will der Augsburger Roboterbauer erst 2018 so richtig profitieren.

MünchenEs war eine der spektakulärsten Übernahmen der vergangenen Jahre: Für weit über vier Milliarden Euro kaufte der chinesische Hausgerätehersteller Midea im vergangenen Jahr den Augsburger Roboterbauer Kuka – und löste damit heftige Diskussionen über einen drohenden Ausverkauf der deutschen Wirtschaft aus. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass es Kuka unter dem neuen Eigentümer gut geht. Auch der Standort Deutschland ist bislang nicht in Gefahr: Kuka will weiter in der Heimat investieren. „Die Nachfrage nach Automatisierungslösungen made by Kuka ist weltweit groß“, sagte Vorstandschef Till Reuter am Mittwoch.

In der Tat können sich die Zahlen sehen lassen. Der Auftragseingang legte im zweiten Quartal um 12,8 Prozent auf erstmals gut eine Milliarde Euro zu. Der Umsatz wuchs sogar um 43 Prozent auf ebenfalls eine Milliarde Euro. In diesem Tempo wird es nicht weitergehen, Kuka arbeitete den sehr hohen Bestelleingang vergangener Quartale ab.

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Doch Reuter erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr. Er rechnet nun mit 3,3 Milliarden Euro Umsatz, 200 Millionen mehr als bislang prognostiziert. In Sachen Gewinn rechnet Kuka weiter mit einer operativen Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von mehr als 5,5 Prozent. Im zweiten Quartal schaffte der Roboterbauer 5,4 Prozent.

Ein Chinesen-Effekt ist da noch gar nicht drin. Kuka erhofft sich durch die Partnerschaft mit Midea einen Schub auf dem chinesischen Markt – in Zukunft dem wichtigsten in der Automatisierungsbranche. Midea könnte in den eigenen Fabriken verstärkt Kuka-Roboter einsetzen und auch Kontakte zu eigenen Kunden und anderen chinesischen Unternehmen vermitteln.

Im zweiten Quartal spielte das noch keine große Rolle. „Das ist organisches Kuka-Wachstum“, sagte Finanzvorstand Peter Mohnen. Der neue chinesische Eigentümer habe sich noch nicht signifikant ausgewirkt. Das werde sich aber schon bald ändern. „Wir sind an vielen Themen dran, die sich im nächsten Jahr zeigen werden.“ Es gebe sieben „Workstreams“, um Synergien zu bergen, jede Woche fliegen Kuka-Manager nach China.

Kuka profitiert derzeit generell von der weltweit wachsenden Nachfrage nach Automatisierungslösungen und Industrierobotern. Der Branchenverband IFR hatte zuletzt für 2016 einen Anstieg der Installationszahlen um 14 Prozent auf den Rekordwert von 290.000 Stück prognostiziert. Von 2017 bis 2019 sei mit jeweils zweistelligen Zuwächsen zu rechnen.

Der Bestand könne in diesem Zeitraum von 1,6 auf 2,6 Millionen Industrieroboter wachsen. Der Markt legt vor allem zu, weil es für die immer sensibleren und intelligenteren Roboter neue Einsatzmöglichkeiten gibt. So müssen die kleineren, kollaborativen Roboter nicht mehr hinter einem Zaun stehen, sondern sie können direkt neben dem Menschen eingesetzt werden.

Kuka verzeichnet zuletzt besonders in den USA und in China ein lebhaftes Geschäft. Nachgefragt wurde stark aus der Automobilbranche, doch auch in anderen Industrien setzen sich Roboter zunehmend durch.

Wenn von Kuka die Rede ist, sprechen immer alle von den Robotern. Doch die Sparte Robotics steuerte auch im zweiten Quartal mit knapp 350 Millionen Euro nur gut ein Drittel der Konzernerlöse bei. Auch Systems, also das Automatisierungsgeschäft, entfielen 481 Millionen Euro. Der Logistikspezialist Swisslog, den Kuka 2011 übernahm, erzielte gut 193 Millionen Euro Umsatz. Die Sparte ist das Sorgenkind: Im zweiten Quartal erzielte Swisslog wieder nur eine magere Umsatzrendite von 0,6 Prozent. Finanzvorstand Mohnen verteidigte die Übernahme. Man sei voll im Zeitplan, 2020 eine Umsatzrendite von sieben Prozent zu erreichen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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