Kunstfleisch für die Umwelt: Mit Steaks aus dem Labor die Welt ernähren

Kunstfleisch für die Umwelt: Mit Steaks aus dem Labor die Welt ernähren

, aktualisiert 04. Dezember 2011, 15:14 Uhr
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Fleischtheke eines Supermarkts: Kommt Fleisch bald aus dem Labor?

von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Wenn der Wohlstand in den aufkommenden Ländern steigt, ändern sich dort auch die Essgewohnheiten. Das bedeutet unter anderem einen höheren Fleischbedarf. Ginge es nach Tierschützern, soll das künftig das Labor erledigen.

Geht es nach den Tierschützern von Peta, gibt es im Jahr 2020 keine Vegetarier mehr. Wer dann Fleisch isst, muss sich keine Gedanken mehr machen um das Wohl der Tiere, um grausame Transport- oder Haltungsmethoden: Die Peta-Aktivisten haben einen Preis ausgelobt für denjenigen, der essbares Fleisch im Labor züchtet. Davon hätte auch der Rest der Menschheit etwas, wie Forscher der Universität Oxford ausgerechnet haben: Mit Hilfe des Kunstfleisches ließen sich knapp die Hälfte der Energie und bis zu 96 Prozent der Treibhausgase einsparen.

Die Welt wird auf solche technischen Kniffe angewiesen sein, will sie die Menschheit auch künftig noch ernähren. Denn die Zahl der Menschen steigt ähnlich schnell, wie sich ihre Essgewohnheiten ändern – vor allem in Asien. Die Experten sind sich einig: Der chinesische Durchschnittsbürger wird sich völlig anders ernähren als seine Eltern, denn der Wohlstand bringt mehr Fleisch und Milchprodukte auf die Teller.

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Die Gentechnik etwa bringt Nutzpflanzen in Gegenden, in denen sie ansonsten nur schwer gedeihen, macht sie resistent gegen Schädlinge, stimmt sie perfekt auf bestimmte Pflanzenschutzmittel ab. Gleich mehrere Forscherteams liefern sich derzeit in Europa und den USA ein Wettrennen um die größten Fortschritte in der Technik.

Die meisten Anwender für ihre Erfindungen dürften aber anderswo sitzen: Die Verbraucher in vielen Schwellenländern haben weit weniger Vorbehalte gegen die neue Technik in den Lebensmitteln als die Kunden in den Industrieländern – schon allein deshalb, weil sie weniger Geld für Nahrung zur Verfügung haben. Sie könnten diejenigen sein, die als Erste die Technik aus dem Labor in die Supermärkte holen.


Die Revolution kündigt sich bereits an

Der Wandel zeigt: Die Zukunft der Ernährung wird nicht mehr nur von den Industrienationen im Westen getrieben. Erstmals werden die aufkommenden Länder auch die Welt-Nahrung entscheidend prägen. Bislang setzten Amerika und Europa die Standards auf dem Weg zum weltweiten Einheitsbrei aus McDonald’s und Pizza. In der kommenden Dekade dürften Trends auch anderswo entstehen.

Im Kleinen kündigt sich diese Revolution, die 2020 in vollem Gange sein dürfte, bereits an: Nestlé bringt inzwischen erste Geschmacksrichtungen aus dem indischen Markt in den Westen. Dr. Oetker forscht an der Formel für eine Pizza, die den chinesischen Gewohnheiten entspricht, sich etwa in den dort verbreiteten Mikrowellenöfen optimal entfaltet. Ihre Neuheiten entwickelt die mittelständisch geprägte Lebensmittelbranche in kleinteiliger Arbeit. Einen Planungszeitraum über zehn Jahre leisten sich nur die wenigen Großkonzerne wie Nestlé, Kraft, Unilever und Danone.

Insbesondere in China entstehen in den kommenden Jahren neue Lebensmittelriesen. Den führenden Getränkeherstellern Wahaha und Tingyi etwa könnte der chinesische Markt schon bald zu klein werden. Mit ihren Marken exportieren sie auch den Landesgeschmack.

Quelle:  Handelsblatt Online
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