Kunststoffsparte soll an die Börse: Abspaltung beflügelt Bayer-Aktie

Kunststoffsparte soll an die Börse: Abspaltung beflügelt Bayer-Aktie

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Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Marijn Dekkers

Nun hat es Marijn Dekkers doch getan. Der Bayer-Chef bringt das komplette Chemie - und Kunststoffgeschäft an die Börse und konzentriert Bayer künftig auf Gesundheit und Pflanzenschutz.

Bayer spaltet seine Material-Science-Sparte ab und bringt sie an die Börse. Jahrelang hatte es entsprechende Gerüchte gegeben, nun hat der Vorstand am 2. September einen entsprechenden Beschluss gefasst, dem der Aufsichtsrat am Donnerstag zustimmen soll. Mit dem Chemie-Börsengang trennt sich Bayer auch von seinen historischen Wurzeln - die Geschichte des Konzerns hatte schließlich nicht mit Aspirin, sondern mit chemischen Teerfarben begonnen.

Die Bayer-Aktie wurde durch die Ankündigung beflügelt: Am Mittag stiegen die Papiere bis auf einen Rekordstand von 111,80 Euro. Schließlich mögen die Börsianer keine Konglomerate und hatten das Bayer-Papier daher mit etwas spitzen Fingern angefasst. Der Vorstand hatte die Aufteilung in drei Geschäftsfelder stets mit dem Hinweis verteidigt, dass damit die Risiken besser gestreut seien.

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Nun beugt sich Bayer der Macht des Faktischen. Die Renditen in der Chemie fielen stets deutlich geringer aus als bei Gesundheit und Pflanzenschutz. Überkapazitäten und Preisdruck sorgten für zusätzliche Probleme. Letztendlich ist die Abspaltung der Chemie nun auch nur konsequent: Denn aufgrund ihrer mageren wirtschaftlichen Performance - 2013 ging der Umsatz der Sparte im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 11,24 Milliarden Euro zurück - hat Bayer in das Geschäft kaum noch Geld investiert, der Löwenanteil ging an Gesundheit und Pflanzenschutz.

Börsengang für Sparte Material Science Bayer verabschiedet sich vom Plastik

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer bereitet die Trennung von seiner Kunststoffsparte Material Science vor. Künftig will sich das Unternehmen auf zwei Geschäftsbereiche konzentrieren.

Bayer trennt sich von Material Science: Der Bereich machte vergangenes Jahr 11,2 Milliarden Euro Umsatz. Quelle: dpa

Nach der Abspaltung könnten sich die Leverkusener stärker auf das einträgliche Pharmasegment ausrichten. Weltweit überschlugen sich die Unternehmen der Branche im Laufe dieses Jahres geradezu mit Übernahmeangeboten. Zuletzt hatte sich auch Bayer selbst im Pharmabereich verstärkt. Im Mai nahmen die Leverkusener dem US-Konzern Merck & Co. dessen Sparte für hoffnungsträchtige, rezeptfreie Medikamente ab - das Geschäft war Marijn Dekkers 10,4 Milliarden Euro in bar wert. Für den norwegischen Krebsspezialisten Algeta gab Bayer fast zwei Milliarden Euro aus. Die Medizintechnik hingegen stieß der Konzern jüngst ab.

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