Lanxess: Chemieriese erholt sich schneller als gedacht

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Lanxess: Chemieriese erholt sich schneller als gedacht

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Lanxess-Chef Matthias Zachert blickt optimistisch in die Zukunft.

von Jürgen Salz

Der Kölner Chemiekonzern Lanxess hat die Krise nahezu überwunden. Chef Matthias Zachert redet sogar schon wieder von Zukäufen. Millionenschwere Investitionen soll ein Deal mit Saudi Aramco ermöglichen.

Mehrfach hatte Matthias Zachert im vergangenen Jahr die Ergebnisprognose angehoben. Am Ende konnte Lanxess mit etwa 900 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für 2015 glänzen, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Näheres gibt Lanxess bei der Bilanzvorlage am Donnerstag bekannt. 

Es scheint wieder aufwärts zu gehen beim Kölner Chemiekonzern. Und zwar schneller als gedacht.  Lanxess-Chef Zachert fasst sogar schon wieder Akquisitionen ins Auge – etwa eine Milliarde Euro könnte der Chemiekonzern dafür aufbringen.   

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Der 48-jährige Zachert, seit 2014 im Amt und zuvor in Diensten des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck, kappte in den vergangenen zwei Jahren Kosten, baute 1000 Stellen ab, optimierte Standorte.

Vor allem gelang es ihm im vergangenen Jahr, einen Partner für das kriselnde Kautschukgeschäft zu finden, das bei Lanxess etwa 40 Prozent des Jahresumsatzes von etwa acht Milliarden Euro ausmacht. Wegen der Überkapazitäten beim Kautschuk und schlechter Geschäftsaussichten hatten die Kölner 2013 rote Zahlen geschrieben. Nun hat Zachert mit dem saudi-arabischen Konzern Saudi Aramco ein Joint-Venture vereinbart.

Die Lanxess-Krise

  • 2004

    2004 bringt Bayer Teile seines Chemie- und Kunststoffgeschäfts unter dem Namen Lanxess an die Börse.

  • 2012

    2012 steigt der Konzern in den Dax auf.

  • 2014

    2014 wird Matthias Zachert Vorstandschef. Vorgänger Axel Heitmann hatte trotz rückläufiger Nachfrage sogar noch ins Hauptprodukt Kautschuk investiert.

  • September 2015

    Im September 2015 könnte Lanxess aus dem Dax fallen – die Marktkapitalisierung ist mit vier Milliarden Euro gering. Der Umsatz (2014) liegt bei acht Milliarden Euro.

Ein Geschäft, das für beide Partner sinnvoll ist: Denn die Saudis sind schon länger bemüht, sich vom billigen Öl unabhängiger zu machen und wollen verstärkt in nachgelagerte Produkte wie etwa Kautschuk investieren. Von dem Know-how von Lanxess können sie somit profitieren.

Und umgekehrt erhalten die Kölner mittelfristig einen besseren und günstigeren Zugang zu den Rohstoffen; die Öl-Rechnung von Lanxess dürfte künftig deutlich billiger ausfallen.

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1,2 Milliarden Euro erhält Lanxess dafür von Saudi Aramco; das Geld soll Mitte dieses Jahres fließen. 400 Millionen Euro davon hat Zachert schon für Investitionen verplant. Doch auch für Akquisitionen dürfte noch etwas übrig bleiben. „Wir haben einige Ziele und Ideen, aber wir werden uns nicht treiben lassen“, lässt Zachert schon mal wissen.

Nach den schlechten Erfahrungen mit der einseitigen Ausrichtung auf die Kautschukmärkte wird es sich dabei eher um Nischenanbieter handeln. Dazu können etwa Hersteller von Agrarchemikalien oder Hochleistungskunststoffen zählen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark über das Kautschukgeschäft und die grünen Reifen definiert, in Zukunft werden wir die übrigen Geschäftssäulen in den Fokus stellen und mehr in mittelgroßen Märkten agieren“, sagt Zachert.

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