Lanxess: Der Chemiekonzern ist besser als gedacht

Lanxess: Der Chemiekonzern ist besser als gedacht

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Zwar konnte der Chemiekonzern vom Kölner Rheinufer einen höheren Gewinn ausweisen als geplant, über den Berg ist Lanxess damit aber noch nicht.

von Jürgen Salz

Unverhofft kommt oft: Weil die Nachfrage im Dezember überraschend anzog, kann der Kölner Chemiekonzern Lanxess einen höheren Gewinn ausweisen als geplant.

Lanxess lebt vor allem vom Kautschuk, der etwa für Reifen und Dichtungen verwendet wird. Noch im vergangenen Herbst entwickelte sich die Nachfrage mau. In Erwartung weiter sinkender Preise – der Rohstoff Öl wird ja schließlich immer billiger – räumten die Kunden erstmal ihre Lager leer und hielten sich mit Bestellungen zurück.

Seit Dezember haben jedoch viele Kunden überraschend ihre Zurückhaltung aufgegeben. So sehr, dass das Lanxess-Ergebnis nun besser ausfällt als erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen soll für das Jahr 2014 808 Millionen Euro (Vorjahr: 735 Millionen Euro) erreichen. Zuvor hatte Lanxess noch befürchtet, das Ergebnis werde eher am unteren Rand – in einer Spanne zwischen 780 und 820 Millionen – Euro liegen. Weitere Zahlen wird Unternehmenschef Matthias Zachert bei der Bilanzvorlage am Donnerstag bekanntgeben.

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Chemiekonzern Lanxess baut Stellen ab

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat trotz hoher Sonderbelastungen für sein Sparprogramm im vergangenen Jahr einen Gewinn erwirtschaftet. Trotzdem sollen bis Ende 2016 weitere 500 Stellen wegfallen.

Der Vorstandsvorsitzende der Lanxess AG, Matthias Zachert Quelle: dpa

Über den Berg ist das Chemieunternehmen vom Kölner Rheinufer damit aber lange noch nicht. Neue Wettbewerber aus Asien, Überkapazitäten und fallende Preise machen dem Kautschukgeschäft weiterhin zu schaffen. Schon seit einigen Monaten sucht Zachert daher Partner für die kriselnde Sparte. Damit scheint er schon ein gutes Stück vorangekommen zu sein. Mit dem russischen Unternehmen Nizhnekamskneftekhim, kurz NKNK, und der saudi-arabischen Saudi Aramco soll es bereits Gespräche gegeben haben. Mit einer endgültigen Entscheidung sei jedoch erst im zweiten Halbjahr zu rechnen, heißt es im Unternehmen.

Weil das Kautschuk-Geschäft kriselt und die Kosten in den vergangenen Jahren unter  Vorgänger Axel Heitmann aus dem Ruder gelaufen sind, hat Zachert ein Sparprogramm aufgelegt: Rund 1000 der weltweit 16.700 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2016 wegfallen.

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Der Konzernumbau macht indes auch vor dem Vorstand nicht halt. Vor wenigen Tagen gab Lanxess bekannt, dass Finanzvorstand Bernhard Düttmann das Unternehmen per Ende März verlässt. Einige Kenner des Hauses hat ohnehin überrascht, dass sich Düttmann so lange halten konnte. Der einstige Beiersdorf-Manager war seit 2011 bei Lanxess – also just zu der Zeit, als die Kosten aus dem Ruder liefen. Düttmanns Vorgänger als Finanzchef war ausgerechnet Zachert, der Lanxess 2011 verließ und zum Pharmakonzern Merck wechselte.

Nach seiner Rückkehr und den Aufstieg zum Lanxess-Chef im Frühjahr 2014 fand Zachert nämlich klare Worte über die Fehler der Vergangenheit: „Die Verschuldung ist nun doppelt so hoch wie vor drei Jahren. Zudem ist der gute Cash-flow, für den Lanxess lange Jahre stand, verschwunden. Man muss diesen nun mit der Lupe suchen“, ätzte Zachert in der Mitarbeiterzeitung xpress - eine Spitze nicht nur gegen den geschassten Vorgänger Heitmann, sondern auch gegen Finanzvorstand Düttmann. Nachfolger von Düttmann wird zum 1. April Michael Pontzen, der zuletzt das Controlling von Lanxess geleitet hat.

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