Lanxess streicht 1000 Jobs: Der Stellenabbau ist erst der Anfang

Lanxess streicht 1000 Jobs: Der Stellenabbau ist erst der Anfang

von Jürgen Salz

Der Kölner Chemiekonzern Lanxess will 1000 seiner weltweit etwa 17.000 Arbeitsplätze abbauen, die Hälfte davon in Deutschland. Die Aufräumarbeiten von Konzernchef Matthias Zachert haben gerade erst begonnen.

Jahrelang hatte Lanxess - vor gut zehn Jahren aus Teilen der Bayer-Chemie entstanden - über seine Verhältnisse gelebt. Und wie andere Unternehmen der Branche auch leidet der viertgrößte deutsche Chemiekonzern (nach BASF, Evonik und Bayer) unter der schlechten Konjunktur, hohen Rohstoff- und Energiekosten. Im Kautschuk-Geschäft, wo Lanxess besonders aktiv ist, machen die Rohstoffkosten inzwischen mehr als die Hälfte der Produktkosten aus.

Und während die Energiekosten vor zehn Jahren noch drei bis fünf Prozent zu den Produktkosten beitrugen, sind es mittlerweile häufig bis zu fünfzehn Prozent. Hinzu kommen noch neue, aggressive Wettbewerber, insbesondere aus Asien, sowie hohe weltweite Überkapazitäten im Kautschukgeschäft.

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Entsprechend hatte Konzernchef Matthias Zachert, seit April dieses Jahres im Amt, beim heutigen Medientag keine guten Nachrichten: Neben dem Stellenabbau räumte Zachert auch ein, dass Lanxess (Umsatz: etwa neun Milliarden Euro) zumindest im vierten Quartal, bedingt durch Aufwendungen beim Stellenabbau und mögliche Abschreibungen, rote Zahlen schreiben wird. Möglicherweise fallen auch für das Gesamtjahr 2014 Verluste an.

„Let's Lanxess again“ heißt das Sparprogramm des Chemiekonzerns Lanxess. Dazu gehören offenbar Stellenstreichungen. Zunächst will das Unternehmen auf freiwilliges Ausscheiden setzen - behält sich aber andere Mittel vor.

Bei Lanxess wird so schnell keine Ruhe einkehren

Doch damit nicht genug. So schnell wird bei Lanxess keine Ruhe einkehren. Nach dem Stellenabbau geht Zachert weitere Etappen seines großangelegten Sanierungsprogramms an. Beruhigend für die Mitarbeiter ist das alles nicht.

Als nächstes wollen Zachert und seine Vorstandskollegen das gesamte, weltweite Produktionsnetzwerk von Lanxess durchforsten, dauerhafte oder zeitweise Stilllegungen von Anlagen sind dabei nicht ausgeschlossen. Wie zu hören ist, stehen dabei nicht die deutschen Standorte im Fokus. Jedoch könnten etwa Anlagen in Frankreich und Belgien von Einschränkungen oder Stillegungen betroffen sein.

Verstärkt will Zachert im nächsten Jahr nach Partnern und Allianzen für sein kriselndes Kautschuk-Geschäft fahnden. Im Visier dürfte er dabei vor allem Verbindungen im Mittleren Osten und in Asien haben. Lanxess, Weltmarktführer im Kautschukgeschäft, kann immerhin mit guten Markt und Technologiepositionen punkten - und erhofft sich im Gegenzug von den Scheichs und anderen Interessenten einen verbilligten Zugang zu den wichtigen Rohstoffen.

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Konkretes will er jedoch erst ab Sommer 2015 mitteilen. Erste Kontakte gibt es wohl: "Sie können davon ausgehen, dass man uns angerufen hat." Auf die Frage, ob er es sich denn leisten könne, so lange zu warten, antwortete Zachert mit einem deutschen Sprichwort: "Gut Ding will Weile haben." Was die möglichen, neuen Partnerschaften dann für die Beschäftigten bedeuten, bleibt dahingestellt.

Sicher ist nur: Vor dem Jahr 2016 ist an Wachstum bei Lanxess nicht zu denken. Zachert hat seine Belegschaft bereits auf ein Tal der Tränen von zwei, drei Jahren eingeschworen. Nach 2016 seien dann auch wieder aktive Zukäufe möglich, so Zachert - allerdings nicht gerade im schwachen Kautschukgeschäft, sondern in anderen Bereichen, wozu etwa das Agrochemiegeschäft gehören könnte.

Doch bis dahin ist es noch weit. Lanxess braucht jetzt vor allem Geduld. Erst nach 2016 wird sich zeigen, ob sich die Anstrengungen und der Stellenabbau wirklich gelohnt haben.

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